Historische Runde Traismauer

Historische Runde Traismauer

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Ist ein Verein, der Heimatgeschichte erforscht u. aufzeichnet; Fachvorträge anbietet; Exkursionen u. Führungen organisiert;Fotos, Erinnerungen, alte Bräuche u.

Ausdrücke für nachfolgende Generationen erhalten u. Kulturdenkmäler bewahren will

06/10/2026

Am 14. Oktober 1752 (vor 265 Jahren) wurde in das Protokoll des Marktrates von Traismauer eingetragen: „ Joseph Re(t)zl, Marktmüller bringt eine Klage gegen Bernhard Hasl, hiesiger Ratsbürger und Lederermeister vor, weil der Hasl so viele Häute in den Mühlbach einhängt und dadurch ihm, dem Marktmüller, das Mahlen erschwert und behindert wird. So ist veranlasst worden, dass der Hasl die Häute weghängen und dem Müller beim Mahlen nicht hinderlich sein soll“.
Eine der ältesten (nicht KI-colorierten) Ansichtskarten von Traismauer zeigt links das imposante Gebäude der damaligen Marktmühle. Eine Ledergerberei am Mühlbach neben der Marktmühle, gab es bis ins erste Viertel des 19. Jhdts, die damals zur Ledererwerkstätte des Joseph Lechner, im Haus Nr. 30 (heute Wienerstr. 15) im Markt gehörte. Das Mühlengebäude wurde in den Jahren 1904/05 zu einem Elektrizitätswerk für das Stahlwerk Martin Miller umgebaut, das heute noch als Industriedenkmal zu bewundern ist.

26/09/2026

Am 27. September 1852 wurde ein Knabe in Begleitung eines Krämers in dem Gasthaus zu Gemeinlebarn, zurückgelassen und von dem Schuhmachermeister Anton Walter von Gemeinlebarn aus Mitleid in Verpflegung genommen. Der Knabe ungefähr bei 14Jahre alt, dessen Zuständigkeit nicht eruiert werden konnte und von dem man auch im Ungewissen war, ob er getauft sei oder nicht, erhielt am 15. April 1854 das hl. Sakrament der Taufe, wo ihm der Name Franz (de Paula) gegeben und auf das bittliche Ansuchen des Anton Walter (Gemeinlebarn Nr. 43), seines Ziehvaters, ihm der Zuname Walter beigelegt wurde. (Quelle: Pfarrmatriken Stollhofen)
Die beiden abgebildeten Gasthäuser in Gemeinlebarn haben eine lange Tradition: Das linke Gasthaus (heute Zivanovic) führte das Schild "Gasthaus zum Mehlwurm", damaliger Besitzer war der Bäckermeister Johann Krug. (Topothek Nr. 0080966}. Rechts sieht man das Gasthaus Windhör noch als ebenerdigen Bau, ehemals "Gasthaus zur Eisenbahn" {Topothek Nr. 0074683, auch "Gasthaus zum lustigen Fuhrmann" {Topothek Nr. 1132205} und heute
"Gasthaus zum Jägerwirt".

12/09/2026

Unbekanntes Traismauer? Das ehemalige Mauthaus an der damaligen Traisenbrücke, im Hintergrund die ÖTB-Turnhalle.
18. Sept. 1868, aus dem Sitzungsprotokoll der 12. NÖ Landessitzung: „Vor dem Markte Traismauer befinden sich drei Brücken über die Traisen in einer Gesamtlänge von 72 Klafter (1 Klafter = 189,4 cm) nämlich über den Hauptfluss und über die beiden Seitenarme der Traisen. Zur Erhaltung dieser drei Brücken war bisher die Gemeinde Traismauer verpflichtet, jedoch gegen den Bezug einer Brückenmaut“.
Für Einhebung einer Brückenmaut über die Traisenbrücke wurde 1852 das sog. "Mauthäusl" erbaut. Das Finanzministerium bewilligte der Marktgemeinde Traismauer „behufs Erhaltung der über die Traisen führenden drei Brücken“ die Einhebung einer Privatmaut. Tarife von 1861: für ein Stück Zugvieh in der Bespannung 3 Kreuzer, für ein Stück schweres Triebvieh mit 1 kr. und ein Stück leichtes Triebvieh mit ½ kr. Topothek Traismauer, ehem. Heimatmuseum Traismauer.

05/09/2026

Am 6. September 1862 stellt Ignaz Schwab in der Sitzung des Gemeinderates den Antrag, es möge der Pranger am Marktplatz kassiert werden. Dieser Antrag wird von den Gemeinderäten Wegl, Adl, Forstreiter und von Stenitzer mit dem Bemerken unterstützt, dass diese Figur schon sehr baufällig sei, aber auch an eine Zeit erinnert, die mit der „fortschreitenden Bildungsstufe der Menschheit im schroffen Widerspruch steht“. Die Prangerfigur, den Ritter Roland darstellend, wird im Hof des Rathauses gelagert. 1922 taucht der Plan auf, diese Statue nach entsprechender Adjustierung an der Ecke des Schlossgartens als Kriegerdenkmal aufzustellen, der wieder verworfen wurde. 1928 erinnert man sich an die mittlerweile verrottete Statue und lässt sie nach Restaurierung an der Ecke des Hauses Nr. 2 (heute Apotheke) unter einem Metalldach anbringen. Die Restaurierung gelang jedoch nicht, sodass in einer Traismaurer Faschingzeitung folgendes Gedicht erschien:
„Unter dem schiefen Dache, aus Meister Nießner Hand, (damaliger Spenglermeister)
halt ich still und steif die Wache über Markt und Land.
Mit dem Schwert hol ich aus zum Schlage, doch hat das niemand bedrückt,
und das ist meine ganze Blamage, denn es ist auf den Helm mir gepickt“
Topothek Traismauer, Bes. Reinhard Prestl.

Photos from Historische Runde Traismauer's post 27/08/2026

Mit einer Urkunde datiert 1. September 1779 verpflichtet sich die Gemeinde Traismauer zum Dank, dass der Ort 113 Jahre von Feuerschäden verschont blieb, die errichtete Staute des hl. Florian auf ewige Zeiten in tadellosem Zustand zu erhalten. Die kunstvoll geschmiedete Laterne, die früher direkt an der Statue montiert war, wurde nach einer Restaurierung bedauerlicherweise am gegenüberliegenden Privathaus angebracht.
Originaltext der Urkunde, Transkript Elisabeth Eder (kein Maschinentranskript!)
Ein N. MarcktRichter und Rath, dann eine ganze Ehrsame Burgerschaft des Lobl(ich)en Marckht Träsmauer, in N.Osterr(eic)h in V.(iertel) O.(ber) W.(iener) W.(ald) Bekennen hiemit, in Kraft gegenwärttigen Revers, für uns, unser Erben, und Nachkommen, ainer vor allen, und alle vor ainem, mithin in Solidum, daß ist ohnzerschneidentlich, daß wir, wegen biß in die 113 Jahre, in alhiesigen Markt nicht erlittenen Feuer Schaden, sofort gott dem Allerhöchsten, und der Übergebenedeyten Jungfrau und Mutter gottes Maria, zur Schuldigsten Dancksagung, zu Ehren des Hl. Floriani aber, eine Stainerne Statue in unseren Marckt Träßmauer, auf dem sogenannten Hafner-blaz, nicht allein neu machen, und setzen Lassen, sondern auch, diese Statue, zu ewigen Zeiten, bey allzeit gut, und unthadlhaften Stand zu erhalten, wir uns in besten Form Rechtens Verobligiren. und dessen zu Wahren Urkundt, unser Nachgestelt MarcktRäthl(iche) Ferttigung.
Actum Rathhaus Träsmauer den 1. Septembris A(nno) (1)779
N. MarcktRichter und Rath dann
Eine ganz Ehrsame Burgerschaft des Marckt Träßmauer
Litho Topothek Traismauer, Bes. Fam. Pröglhöf

13/08/2026

20. Aug. 1904 berichtet die Österreichische Land-Zeitung: “Gemeinlebarn im Tullnerfelde. (Dürre) Das Elend ist so groß, dass man schon ganz abgestumpft wird. Muss denn alles
zugrunde gehen? Und sollen die armen Leute heuer im Winter Schuhnägel essen? Das Schönste wäre noch, wenn wir heuer auch noch Steuer zahlen sollten. Wofür denn? Fürs Hungerleiden etwa? Unsere Felder sollen sich die Herren Steuerbemesser jetzt anschauen. Die Lust würde ihnen gewiss vergehen, aus den armen Bauern etwas herauszupressen. Dass Gott erbarm! Elend haben wir mit der Überschwemmung auch in den letzten Jahren gehabt. Aber das, was heuer über uns kommt, ist fast nicht zu ertragen. Es ist ein Jammer und ein Elend – wie der tiefblaue italienische Himmel von Tag zu Tag herablacht. Eine Million für einen ausgiebigen Regen!“

Das Foto aus der Österr. Nationalbibliothek, datiert 1909, zeigt rechts den heutigen "Gasthof zum Jägerwirt" der Fam. Windhör, damals „Gasthaus zur Eisenbahn“.

31/07/2026

Ratsprotokoll 9. August 1688: „Weiters wird von Herrn Marktrichter vorgetragen, dass es äußerst nötig sei, beim Fleischturm, damit dieser vielleicht nicht vom Wind ruiniert werde, Nachschau zu halten. Es habe sich zwar Meister Philipp dafür angetragen, dass er sich um das Bauwerk annehmen will, ob ihm das aber zuzutrauen ist, weiß er nicht. Nach Abstimmung ist veranlasst worden, sollte er es sich selber zutrauen, wird ihm das Bauwerk zur Reparatur überlassen“.
Links neben dem Torturm ist noch das Haus Nr. 55 zu erkennen. Es stand nicht an der Wienerstraße wie im "Alten Traismauer" behauptet wird, was auch gänzlich der logisch umlaufenden Hausnummerierung widerspricht. Mit Gemeinderatsbeschluss vom 11. Juli 1862 wurde dieses Haus von der Marktgemeinde Traismauer von Baron Geymüller erworben und 1870/71 demoliert, um die Einfahrt in den Markt zu verbreitern.
Unvorstellbar ist heute die Tatsache, dass am 26. Juni 1877 der damalige Gemeinderat von Traismauer unter dem Bürgermeister Franz Tomasi den einstimmigen Beschluss fasste, das Kremsertor samt Fleischturm demolieren zu lassen, um Geld für die Reparatur zu sparen und nicht „aus verkehrtstechnischen Gründen“, wie heute erzählt wird. Topothek Traisemauer, Bes. Verlassenschaft Gottfried Geyer

Photos from Historische Runde Traismauer's post 21/07/2026

In der Nacht von 28. auf 29. Juli 1915 brannte die hiesige Bronzefarben, Christbaumschmuck- und Wunderkerzenfabrik Benda Lutz bis auf die Grundmauern ab, nur das Kanzlei- und Wohngebäude konnte durch das Eingreifen von acht Feuerwehren aus der Umgebung gerettet werden. Eine Zeitung berichtete: „Den Zuschauern bot sich ein schauerliches Bild. Das Brandobjekt sowie der angrenzende Park waren bald im roten, bald im grünen Zauberlicht zu sehen und die großen Vorräte von Magnesium, die zur Erzeugung der so weit verbreiteten Wunderkerzen dienten, erzeugten turmhohe, blendendweiße Feuergarben. In kurzer Zeit waren sämtliche Vorräte der maschinellen Einrichtung des Stampfwerkes, wo das „Bendalin“, eine neue silberweiße schutz- und Anstreichfarbe erzeugt wurde, vernichtet“. Der große Brand dürfte durch Kurzschluss oder durch ein Heißlaufen der Motore entstanden sein. Nach dem Brandunglück stellte das Unternehmen die Erzeugung von Christbaumschmuck und Wunderkerzen ein. Der Betriebsleiter des Unternehmens, der Hamburger Josef Eggeling, machte sich selbständig und gründete 1918 in Traismauer die „Deutsch-Österreichische Christbaumschmuckfabrik J. Eggeling“, für die 1923 ein Fabriksgebäude an der Straße nach Gemeinlebarn errichtet wurde. (Heute ein Wohngebäude) Diese Christbaumschmuckfabrik stellte 1978 ihre Erzeugung ein. Diese Originalaufnahmen entstammen dem Archiv KR Harald Lutz. Weitere Informationen und Fotos gibt es dazu in der Topothek Traismauer.

Photos from Historische Runde Traismauer's post 30/06/2026

Am 4. Juli 1901 wird vom „Traismaurer Badecurort“ berichtet: „Es geht uns die Nachricht zu, dass der Bau der neuen Baderestauration seiner Vollendung entgegenschreitet und dass die
Eröffnung derselben durch den bestbekannten Pächter, Herrn Restaurateur Anton Reckendorfer anfangs Juli erfolgen dürfte. Auch die Arbeiten, welche das Detachement (für besondere Aufgaben abkommandierte Truppenabteilung) des Eisenbahn- und
Telegraphenregimentes in der Traisen vornimmt, hat Oberndorf bzw. dessen Gäste eine große Annehmlichkeit zu danken: alle vorhandenen Hindernisse, wie Baumstöcke, Wurzel- und Astwerk, große Steine etc. aus dem Flusslaufe zu entfernen und dadurch wurden nun auch die schönsten Badeplätze von all den lästigen und mitunter für den Badenden recht gefährlichen Dingen befreit, was einer großen Wohltat für die fröhlichen Menschenkinder gleichkommt, die sich nun sorglos in den frischen Fluten der Traisen tummeln können. – Dem liebenswürdigen Kommandanten des Detachements sei hiedurch der beste Dank für seine menschenfreundliche Leistung von allen Traisennixen dargebracht. – Auch möchten wir unsere P.T. Leser aufmerksam machen, dass das Ludwigsbad in Oberndorf bereits eröffnet wurde und dass daselbst ein Eisenbad à la Franzensbad um 1 Krone erhältlich ist. Topothek Traismauer.
Den Text der Karte findet man in der Topothek Traismauer.

19/06/2026

25. Juni 1853, Gemeinderatsprotokoll: „Reparatur der Straße durch den Markt. Es soll auf beiden Seiten der Straße vom Wienertor bis zu den Ecken der Häuser Nr. 50 (heute Wienerstr.1, Blumenstube M. Lösch) und Nr. 16 (heute Hauptplatz 7, vorm. Philipp) ein Gehsteig mit 4 Fuß und ein Rinnsal mit 2 Fuß Breite angebracht werden, der Straßenkörper wird geschottert.
Von den Häusern Nr. 16 (Philipp-Haus) bis Nr. 12 (heute Venusbergerstr. 3, darin Friseursalon„Legende“) soll der Wasseranfall nach aufwärts in den Kanal bei Nr. 13 (heute Venusbergerstr. 1, Sascha Rier) einseitig geleitet werden, von Nr. 50 (siehe oben) bis zum Kremsertor ein Gehsteig und Rinnsal, ebenso vom Marktbrunnen (stand am Hauptplatz vor der heutigen Apotheke) bis zum Kremsertor. Die Einfahrt des Kremsertores soll gepflastert werden, Voranschlag einstimmig beschlossen, Pflastersteine kommen von Landersdorf. Johann Rumpl, Bürgermeister“.
# Foto Topothek Traismauer, Bes. Heinrich Teufl, zeigt die Straßenpflasterung von1924, in der Mitte Bgm. Richard Gutscher, es gibt noch kein Nibelungenfresko an der Westseite des Wienertores!

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