ClickRhein
Herzlich willkommen auf LVR-ClickRhein - eurem digitalen Reiseführer durchs Rheinland!
🎧❌ Kopfhörer vergessen? Im Stillen Museum ist das kein (großes) Problem!♥️
Wir waren am Samstag beim Aktionstag gemeinsam mit unserer Kollegin Franziska vom LVR-Landesmuseum Bonn vor Ort. Sie erklärt uns, was das Stille Museum ausmacht.💬🗨️
Das Stille Museum ist noch ein junges Format, das seit 2024 stattfindet. Am Aktionstag öffnet das LVR-Landesmuseum bereits um 9 Uhr, sodass ihr bis 11 Uhr in aller Ruhe durch die Ausstellungen gehen könnt.🖼️ Im Anschluss werden Workshops und Führungen in Kleingruppen angeboten.
Natürlich könnt ihr euren Rundgang bis zum Museumsschluss um 18 Uhr auch auf eigene Faust und in eurem Tempo fortsetzen.🔭🕰️
Falls ihr einmal eine Pause einlegen und euch erden wollt, steht euch im Rahmen des Stillen Museums den ganzen Tag ein Ruheraum zur Verfügung. 🧘 Hier findet ihr auch diverse Stimming-Materialien – vom Bohnenbad, über Bücher, Stressbälle und Wasabi-Paste bis hin zum Projektor ist alles dabei. 🫘✨
Das Stille Museum richtet sich insbesondere an Personen mit sensorischen Beeinträchtigungen, die unter neurodivergenten Menschen häufig sind.
Der Begriff Neurodivergenz umfasst unter anderem Autismus und ADHS: Neurodivergent zu sein bedeutet, dass das Gehirn anders „verkabelt“ ist als bei den meisten Menschen. Reize wie Geräusche und Licht werden zum Beispiel oft intensiver wahrgenommen. 🔊🔦
Stimming bezeichnet sich wiederholende Verhaltensweisen wie Wi**en oder flatternde Hände, die sich individuell unterscheiden und sichtbar oder unsichtbar sein können. Gerade für autistische Personen und Menschen mit ADHS ist Stimming meist unerlässlich, um die Flut an Reizen zu verarbeiten und sich durch eine Welt voller Barrieren zu bewegen. ❤️🩹
Übrigens: Auch außerhalb des Stillen Museums könnt ihr im LVR-Landesmuseum einen entspannten und barrierearmen Tag verbringen. Die Mitarbeitenden helfen euch gerne weiter. Wenn ihr eine Pause braucht, könnt ihr das Museum verlassen und später wiederkommen. Das Ticket gilt den ganzen Tag. 🍵
Wir wünschen euch viel Spaß beim barrierefreien Entdecken!
✍️✂️Antonia Frinken
🎧 Slow Down Remix (Ella Joy Meir) (Instrumental) – Sleeping Lion
26/03/2026
Mit allen Sinnen die Ausstellung erfahren – das könnt ihr im LVR-Landesmuseum Bonn, denn hier gibt es zahlreiche inklusive Stationen zum Hören, Riechen und Tasten! 👂👃🖐️
Es gibt insgesamt 17 inklusive Stationen, die euch die verschiedenen Themen der Ausstellungen näherbringen. In der Welt des Neandertalers könnt ihr zum Beispiel in die damalige Werkzeugherstellung eintauchen: Hier liegen ein Werkzeug zum Tasten sowie Birkenpech – der Klebstoff der Steinzeit – zum Schnuppern bereit.⚒️ Den Wisentschädel an der Rückwand des Bereichs dürft ihr sogar hochheben und könnt so erfahren, wie groß die Tiere waren, die der Neandertaler einst jagte. 🐂🏹
Im Mediaguide des LVR-Landesmuseums Bonn findet ihr eine Tour mit allen inklusiven Stationen sowie Audiodeskriptionen. 📱
Das Bodenleitsystem für sehbehinderte und blinde Personen ist als Rundgang durch alle Ausstellungsbereiche konzipiert und bringt euch natürlich auch zu den Aufzügen, Treppen und Toiletten. 🦯 In den Aufzügen werden die Etage sowie die Fahrtrichtung angesagt.
Wenn ihr euren Blinden- oder Assistenzhund mitbringen möchtet, ist das ebenfalls problemlos möglich. Dazu sollte er ein entsprechendes Geschirr oder Halsband tragen, damit seine Aufgabe für Andere erkennbar ist. 🐕🦺
Im Rahmen von Führungen speziell für Menschen mit Sehbehinderungen erlebt ihr den Neandertaler mit allen Sinnen oder steigt in das Stillleben im Detail ein. 🖼️ Dabei kommen Repliken, tastbare Bilder und sogar originale Objekte zum Einsatz.
An der Kasse könnt ihr euch außerdem Monokulare und Lupen ausleihen. Die Mitarbeitenden des Museums helfen euch gerne bei Fragen.🔍❗
Bereits vor eurem Besuch könnt ihr euch auf der Webseite des LVR-Landesmuseums Bonn über die Barrierefreiheit vor Ort informieren. Den Link findet ihr in unserer Story.
Wir wünschen euch viel Spaß beim barrierefreien Entdecken!
✍️ Antonia Frinken
📸 Antonia Frinken / LVR – CC BY 4.0
25/03/2026
Sitzgelegenheiten, Aufzüge, Rampen und ausleihbare Rollstühle ermöglichen euch einen entspannteren Besuch im LVR-Landesmuseum Bonn, wenn ihr zum Beispiel eine Gehbehinderung habt, an chronischen Schmerzen oder Erschöpfung leidet. 🛋️🧘
Gleich hinter dem Einlass findet ihr tragbare Klapphocker, die ihr in die Ausstellungen mitnehmen könnt. So habt ihr eure eigene Sitzgelegenheit immer dabei, wenn ihr sie braucht.🪑 Die Mitarbeitenden des Museums helfen euch gerne dabei, sie zu finden.
Falls das für euch keine Option ist, könnt ihr in den Ausstellungen und im Treppenhaus eines der vielen Sofas nutzen, um eine Pause einzulegen. Einige verfügen über Arm- und Rückenlehne, die für Stabilität sorgen und auch beim Wiederaufstehen helfen.
Von einigen dieser Sitzgelegenheiten aus könnt ihr euch zudem weiter mit der Ausstellung beschäftigen und verpasst nichts. 🖼️
Die inklusiven Stationen im Museum sind auch vom Rollstuhl aus zugänglich. Hier könnt ihr die Inhalte über eure Nase, Ohren und Hände erkunden. Wie unsere Kollegin Angelika Rau habt ihr dabei unter anderem die Möglichkeit, dem Finnischen Rind des Künstlers Ewald Mataré einmal über den Kopf zu streicheln. 🐮
Alle Etagen des Museums sind stufenfrei zugänglich und verfügen über rollstuhlgerechte Toiletten. Aufzüge und Treppen kommen immer an derselben Stelle aus: Wenn ihr mit Begleitung unterwegs seid und euch auf Treppen und Aufzüge aufteilt, müsst ihr also keinen Treffpunkt vereinbaren. 🪜👋
Maßnahmen zur Barrierefreiheit können sich auch durchaus einmal „beißen“: Ein Beispiel hierfür ist das Bodenleitsystem für sehbehinderte und blinde Menschen, das für Nutzende von Gehhilfen eine Hürde darstellen kann. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine Art des Barriereabbaus Vorrang hat. Stattdessen können Bodenleitsysteme zum Beispiel farblich so gestaltet werden, dass sie früh gesehen und nicht zur Stolperfalle werden – wie im LVR-Landesmuseum Bonn. 👀💡
Wir wünschen euch viel Spaß beim barrierefreien Entdecken!
✍️ Antonia Frinken
📸 Antonia Frinken / LVR – CC BY 4.0
23/03/2026
Heute starten wir in unsere Themenwoche Barrierefreies Entdecken! Wir möchten zeigen, wie Ausflüge mit Barrierefreiheit gestaltet werden können und warum der Abbau von Barrieren für uns alle wichtig ist. 💡
Dafür haben wir gemeinsam mit unseren Kolleg*innen das inklusive Angebot des LVR-Landesmuseums Bonn erkundet. 👀
Im Laufe der Woche zeigen wir euch…
🦻 wie die Videos in Deutscher Gebärdensprache T*tauben Menschen direkte Einstiege in die Themen und Objekte in den Ausstellungen geben,
🛋️ wie der Museumsbesuch für Personen mit Gehbehinderungen, chronischen Schmerzen oder Erschöpfung unter anderem durch Aufzüge und gut platzierte Sitzgelegenheiten entspannter wird,
🦯 wie inklusive Stationen Geschichten und Exponate für sehbehinderte und sehende Menschen mit allen Sinnen erlebbar machen
🎧 und wie das „Stille Museum“ unter anderem für neurodivergente Personen eine entschleunigte und reizreduzierte Umgebung schafft.
Das Ziel von Barrierefreiheit ist es, die von Menschen gestaltete Umgebung möglichst für alle zugänglich zu machen. Für Menschen mit Behinderungen ist der Abbau von Barrieren zwingend notwendig, um in Würde zu leben und an der Gesellschaft teilzuhaben – beides sind grundlegende Rechte.
Menschen mit Behinderungen sind sehr divers: Es gibt unsichtbare und sichtbare Behinderungen. Viele behinderte Menschen haben mehr als eine Behinderung und machen zusätzlich noch andere Diskriminierungserfahrungen. Der Abbau von Barrieren ist ebenso vielfältig, kann aber im Alltag oft auch niedrigschwellig umgesetzt werden.
Daher ist der wertschätzende Austausch über die gelebte Erfahrung besonders wichtig, um Barrierefreiheit nachhaltig voranzutreiben. Generell gilt: Keine Konversation über uns ohne uns!
Um einen Ausflug zu planen, müssen behinderte Menschen im Vorfeld häufig umfassende Recherche und Organisation betreiben. Auf der Webseite des LVR-Landesmuseums Bonn findet ihr daher viele Informationen zum Besuch generell sowie zur Barrierefreiheit. Die Mitarbeitenden vor Ort helfen euch ebenfalls gerne weiter.
Neugierig geworden? Dann schaut im Laufe der Woche wieder bei uns rein!
✍️ Antonia Frinken
📸 Antonia Frinken / LVR – CC BY 4.0
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Düsseldorf und Japan verbindet eine lange Geschichte:🇯🇵🇩🇪 Bereits 1859 gründete der Düsseldorfer Louis Kniffler – ein preußischer Konsul – in Nagasaki ein preußisch-japanisches Handelshaus.📜🏯
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in Düsseldorf anlässlich der Kunst- und Gartenausstellung ein japanischer Garten und ein Teehaus errichtet, in dem Japanerinnen die Gäste bewirteten.🌸🍵
Die eigentliche Entstehung der japanischen Community und des japanischen Viertels begann jedoch erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges.🎎 Ab den 1950er Jahren boomte die Schwerindustrie und Düsseldorf wurde aufgrund seiner günstigen Lage zu einem attraktiven Standort für internationale Unternehmen, auch japanische, von denen immer mehr in die Stadt kamen. Durch die wachsende Anzahl an Japaner*innen wuchsen Nachfrage und Angebot von japanischen Produkten.🍱 1971 wurde schließlich die japanische Schule eröffnet, wodurch Düsseldorf noch attraktiver für japanische Unternehmen wurde.🎓 Heute leben über 8000 Japaner*innen in Düsseldorf.
1978 wurde an der Immermannstraße das Deutsch-Japanische-Center eröffnet, das lange Zeit unter anderem Sitz des Generalkonsulats und der japanischen Handelskammer in Düsseldorf war. Heute beherbergt es ein Hotel, Büroflächen und verschiedene Geschäfte.
Aber auch außerhalb des japanischen Viertels ist die Verbindung zu Japan und seiner Kultur zu finden: Wie im Japanischen Garten im Nordpark oder im EKŌ-Haus.⛩️🌳 Letzteres möchte, aufbauend auf der Lehre Buddhas, die japanische Kultur mit ihren vielfältigen Traditionen vorstellen und den Menschen näherbringen.🪷 Das gegenseitige Verständnis zwischen Religionen soll dazu beitragen, den Frieden in der Welt zu verwirklichen.🕊️ Die Umsetzung dieses Vorhabens wurde unter anderem durch die Stadt Düsseldorf sowie zahlreiche japanische Organisationen unterstützt.
Übrigens: Heute wird in Japan der japanische Frühlingsanfang gefeiert, ein nationaler Feiertag. Auf diesen Tag fällt die sogenannte Tag-Nacht-Gleiche, wenn Tag und Nacht gleich lang sind. Wie wäre es also mit einem Ausflug nach Düsseldorf, um den Tag zu feiern?🌸🇯🇵
✂️✍🏻Lea Recken
19/03/2026
Am 22. Oktober 1983 demonstrierten 650.000 Personen in einem ehemaligen kurfürstlichen Hofgarten für den Frieden.📣 Wie kam es dazu?
Zum ersten Tag der Demokratiegeschichte am 18. März stellen wir euch heute den Bonner Hofgarten vor. 🌳
Kurfürst Joseph Clemens von Bayern war von 1688 bis 1723 Erzbischof von Köln. Während seiner Amtszeit ließ er das Residenzschloss in Bonn mitsamt den Gärten neu errichten. Seine Nachfolger gestalteten Schloss und Garten immer wieder um.🌼💰
Nach der Gründung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität 1818 und ihrem Einzug ins Schloss gab es verschiedene Pläne zur Bebauung des Hofgartens, die jedoch allesamt scheiterten. 🏗️❌
In der Zeit der Bonner Republik wurde der Hofgarten zu einem Schauplatz für Proteste, Kundgebungen und Demonstrationen, der von verschiedenen Gruppen genutzt wurde. ☮️
1968 kam es zu einer ersten Massenkundgebung, als etwa 60.000 Menschen gegen die von der Bundesregierung verabschiedeten Notstandsgesetze demonstrierten. Danach wuchsen die Demonstrationen stetig weiter: 1979 protestierten circa 100.000 Personen gegen Kernenergie. 1981 versammelten sich sogar 300.000 Menschen gegen den NATO-Doppelbeschluss. Am 22. Oktober 1983 gingen allein in Bonn – unter anderem im Hofgarten – etwa 650.000 Demonstrierende für den Frieden und gegen Aufrüstung auf die Straße. Bundesweit waren es 1,3 Millionen. 🕊️🌍
1984 kam es zu einem Rechtsstreit, der mehr als 10 Jahre andauern sollte. Als Eigentümerin des Hofgartens erstritt sich die Universität das Recht, große Veranstaltungen zu untersagen. Gründe waren etwa die Störung des Universitätsbetriebs sowie die teure Instandsetzung der Rasenfläche. 🔊🪴
Als der Rechtsstreit beigelegt wurde, war Bonn nicht länger Bundeshauptstadt und große Demonstrationen fanden nun vor allem in Berlin statt. 🐻
Seit 2019 nutzt die Klimabewegung „Fridays for Future“ die Grünanlage – damit behält der Hofgarten seine Bedeutung als lebendiger Ort der Demokratiegeschichte.
✍️ Antonia Frinken
📸 1 © Hans Weingartz – CC0, 2 © Wolkenkratzer – CC BY SA 4.0, 3 © Rob Bongaerts / Anefo, alle via wikimedia commons, 4 © Franz-Josef Knöchel / LVR – CC BY 4.0
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13/03/2026
🦫Morgen ist Weltstaudammtag! Wir nehmen euch heute schon mit zum zweitgrößten Stausee Deutschlands - einer Talsperre in der Nordeifel.💧
Die Rurtalsperre Schwammenauel bei Heimbach wurde 1934 - 1938 als Erd- und Steinschüttdamm mit innerer Lehmdichtung errichtet und 1939 in Betrieb genommen. Sie ist 77,4 Meter hoch und staut die Rur sowie elf weitere, kleinere Zuflüsse zum Rurstausee auf. Dieser hat eine Fläche von knapp 8 Quadratkilometern und windet sich in Schleifen durch die Landschaft um den Kermeter. Eine Besonderheit ist die bewaldete Insel Eichert im nördlichen Teil des Sees. 🌳
Der Hauptzweck der Rurtalsperre ist die Regulierung des Wasserstandes der Rur, um Hochwasser zu vermeiden. Darüber hinaus decken die nicht permanent laufenden Wasserkraftwerke in Schwammenauel und Heimbach Spitzen im Stromverbrauch der Region ab.🔌
Aus dem Obersee genannten Vorbecken wird außerdem Rohwasser entnommen, das dann durch Stollen über die Kalltalsperre und von dort in die Trinkwasseraufbereitungsanlage bei der Dreilägerbachtalsperre geleitet wird. Der Obersee unterliegt daher strengeren Nutzungsauflagen als der Hauptsee. 🚰
Der Rurstausee und sein Umland werden auch für Tourismus und Wassersport genutzt: Es gibt mehrere Badestrände sowie Ausflugsschiffe. Die Talsperre ist zudem ein beliebtes Ziel für Wanderausflüge. ⛵🏊♂️🥾
Am Ende des Zweiten Weltkriegs kam den Talsperren in der Nordeifel eine besondere Bedeutung zu. Zum Jahreswechsel 1944/1945 waren sie Teil der sogenannten Rurfront und wurden daher – abgesehen vom Urftstausee – ab September 1944 von Flugabwehrkanonen geschützt. Wehrmachtssoldaten sprengten in der Nach vom 9. auf den 10. Februar Stollen der Urfttalsperre und der Rurtalsperre. Die Flut verlangsamte die vorrückenden amerikanischen Truppen.
Die zerstörte Infrastruktur der Talsperren wurde nach dem Kriegsende wiedererrichtet.️
Während des Dauerregens, der im Juli 2021 zur Flutkatastrophe führte, wurde die in den Rurstausee fließende Wassermenge erhöht. Trotzdem kam es zum Überlaufen der Talsperre.
✍️ Antonia Frinken
📸 1 © EveryPicture, CC BY-SA 3.0; 2 © Leonhard Lenz, CC0, 3 © Steffen Heinz (Caronna (talk)), CC BY 3.0 – alle via wikimedia commons
10/03/2026
🏭 Habt ihr schon einmal von „Bleikindern“ oder der „Gressenicher Krankheit“ gehört?
Die Geschichte dahinter beginnt bereits in den 1960er Jahren in Stolberg bei Aachen, in der Umgebung der Bleihütte Binsfeldhammer: Vor allem Kühe starben hier infolge von belastetem Weidefutter an Blei- und Cadmiumvergiftungen. Nach einem der betroffenen Ortsteile wurde das Phänomen als „Gressenicher Krankheit“ bezeichnet. 🐄
Ab den frühen 1970er Jahren wurden hunderte Kinder aus Stolberg untersucht, um denBleigehalt in ihrem Blut und den Milchzähnen zu erheben. Dieser war bei Kindern, die schon eine Weile in der Nähe der Bleihütte Binsfeldhammer lebten und deren Vater Bleihüttenarbeiter war, meist stark erhöht. 🧪
Blei ist ein giftiges Schwermetall, das der Körper nur teilweise wieder ausscheiden kann. Sogenanntes Depotblei lagert sich an Knochen („Bleisaum“), in Zähnen und im Blut ab. Bei Kindern legt es sich zu circa 36 Prozent auf die Organe, bei Erwachsenen dagegen nur zu 6 bis 8 Prozent. Außerdem schädigt Blei das sich noch entwickelnde Nervensystem, sodass die Stolberger Bleikinder bei Reaktionstests schlechter abschnitten. 🧠
1972 gründete die Stadt Stolberg einen Umweltausschuss, der ab dem Folgejahr ein umfassendes Umweltschutzprogramm umsetzte. Bis 1983 konnten die Emissionen der Bleihütte Binsfeldhammer um 80 Prozent gesenkt werden. 🛡️
Die Untersuchungen zur Schwermetallbelastung der Stolberger Bevölkerung wurden bis 1990 fortgesetzt. Da der Maximalwert bis dahin erheblich gesunken war, wurde die Beobachtung danach eingestellt. 📉
💡Die Bleihütte Binsfeldhammer existiert übrigens noch immer: Sie ist eine von nur zwei verbliebenen Bleihütten in Deutschland.
✍️ Antonia Frinken
📸 1 © Michielverbeek, CC BY-SA 4.0, 2 © ArthurMcGill, CC BY 3.0, 3 © Rob Lavinsky, iRocks.com, CC-BY-SA-3.0 – alle via wikimedia commons, 4 © Jörn Schultheiß / LVR – CC BY 4.0
08/03/2026
Heute am 8. März –dem Weltfrauentag– erinnern wir daran, dass die Gleichstellung von Frauen und Männern keine Selbstverständlichkeit ist.❌ In Deutschland gilt etwa erst seit 1949 im Wortlaut des Grundgesetzes: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“.⚖️
Dieser Satz ist vor allem einer Frau zu verdanken: Dr. Elisabeth Selbert (1896–1986). Als Juristin und Mitglied des Parlamentarischen Rates kämpfte sie hartnäckig für die Aufnahme der Gleichberechtigung in Art. 3 Ab. 2 – trotz Widerstandes innerhalb des Parlamentarischen Rates. Selbert mobilisierte die weibliche Bevölkerung zum öffentlichen Protest. Der zunehmende Druck führte schließlich zur Aufnahme des Absatzes in das GG.💪🏼
Es kann also gesagt werden, dass diese Änderung nur zustande kam, weil eine Frau nicht lockergelassen hat und sich gegen patriarchale Strukturen auflehnte. Selbert selbst bezeichnete den Satz als revolutionär. Und das zu Recht: Mit ihm war der Gesetzgeber verpflichtet, alle bestehenden Gesetze anzupassen. Besonders betroffen war das Bürgerliche Gesetzbuch von 1896 (vor allem das Ehe- und Familienrecht), das grundlegend reformiert werden musste.
Allerdings sollte es dennoch einige Jahre dauern, bis die rechtlichen Anpassungen entsprechend umgesetzt wurden.
Heute trägt ein Platz in Bonn Selberts Namen: der Elisabeth-Selbert-Platz. Er ist einer von fünf FrauenOrten in der Stadt. Im Rahmen des Projekts FrauenOrteNRW stellte der FrauenRat NRW 2024 hier, als sichtbares Zeichen im öffentlichen Raum, eine Gedenkstele für Elisabeth Selbert auf.
Doch: Rechtliche Gleichstellung heißt nicht gelebte Gleichstellung, wie etwa die Gender-Health- und die Gender-Pay-Gap oder ungleiche Verteilung von Care-Arbeit zeigen.
Weltweit sind Frauen und Mädchen in vielen gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereichen weiterhin massiv benachteiligt. Genau darauf macht der Weltfrauentag aufmerksam.
Elisabeth Selberts Vermächtnis erinnert uns: Gleichberechtigung ist kein abgeschlossener Zustand, sondern ein fortlaufender Auftrag. 💜✊
✍️Lea Recken
📷1. © Eduard Düwel / AddF, Kassel, Sign.: A-F-NLP11-0076; 2. © Bundesstadt Bonn; 3 u. 4. © Jana Schulte / LVR, CC BY 4.0
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In den Archiven von ClickRhein sind einige spannende Entdeckungen zu finden.🗄🕵
Wie etwa diese Sgraffitis-Tour durch Köln, die euch alles rund um die Kratzputzbilder erzählt. 🖼
Ihr wollt mehr darüber erfahren, was Sgraffitis eigentlich sind und wo in Köln ihr sie entdecken könnt?🤔 Dann schaut doch auf unserer Website unter 🔗click-rhein.lvr.de vorbei, denn dort findet ihr eine rund 45 minütige Entdeckungstour, die euch zu den Orten führt, wo ihr diese besondere Straßenkunst bewundern könnt.🤩
Viel Spaß beim Entdecken!💛
✍Lea Recken
📹 Intro: Lea Recken, Video: Repost von 2023
20/02/2026
Eine verlassene Polizeiwache mitten im Wald, Hügelgräber, eine heilige Quelle, ein Wildgehege und natürlich jede Menge Flora und Fauna – das erwartet euch im Duisburger Stadtwald! 🐗🌳
Das Wegenetz lädt zum Wandern und Spazierengehen ein. Darüber hinaus gibt es spezielle Rundwege zum Radfahren, Walken oder Reiten sowie Skulpturenpfade mit Werken der Bildhauerin Regina Bartholme. 🖼️🐴🚴♂️
Wenn ihr den Backelsberg bei Haus Hartenfels erklimmt, könnt ihr außerdem die Aussicht vom höchsten Punkt Duisburgs genießen. ⛰️
Archäologische Überreste zeigen, dass es hier bereits vor 10.000 Jahren Lager von Menschen gab, die hier Rentiere jagten. In der Bronze- und Eisenzeit entstanden dann Siedlungen, die die teilweise erhaltenen Hügelgräberfelder hervorbrachten. 🪦
Ob der „Heilige Brunnen“ damals schon ein Kultort war, ist heute unbekannt. Zahlreiche Sagen und Legenden ranken sich um das angeblich heilende Wasser: Unter anderem soll der Heilige Liudger, Bischof von Münster, im 8. Jahrhundert hier nicht-christliche Menschen getauft haben. Wir raten euch trotzdem davon ab, das Wasser zu trinken. 💧🚱
Polizeiwachen in Wäldern sind heute in Deutschland unüblich – auch im Duisburger Stadtwald. Das 1959 als Ersatz für eine ältere Wache errichtete Holzhäuschen ist daher schon lange keine Wache mehr. Die hiesigen Polizeikräfte erledigten ihre Arbeit damals zu Pferde oder zu Fahrrad, um sich im Wald besser fortbewegen zu können. 🌲🌳
Kleiner Fun Fact zum Tag der Muttersprache: Der Stadtwald liegt nahe der Westfälischen und der Uerdinger Linien. Neben der Benrather und der Dorp-Dorf-Linie teilen sie unter anderem das Rheinland in mehrere Dialektbereiche. Westlich der Westfälischen Linie werden Kleverländische Dialekte gesprochen, östlich davon westfälische Dialekte. Mehr zu Dialekten im Rheinland erfahrt ihr auf dat-portal.lvr.de. 🗨️
✍️ Antonia Frinken
📸 1 © Katrin Becker / LVR – CC BY 4.0, 2 © Harald Lordick – CC BY-SA 3.0, 3 © Ruesterstaude – CC BY-SA 2.5, beide via wikimedia commons
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