Engelhardt Atlas
Auf den Spuren eines Berliner Traditionsbiers.
02/02/2025
Spandau bei Berlin … ach kommt, die Sprüche kennen wir alle. Können wir uns sparen. Dass Spandau nicht nur eine hübsche Altstadt, sondern auch solide Kneipen zu bieten hat, davon konnten wir uns im „Gänsemarkt“ überzeugen. Obwohl nicht weit vom Bahnhof gelegen, fühlt man sich beim Weg über die Eisenbahnbrücke und im Schatten der Lärmschutzwände etwas wie im Niemandsland. Das ändert sich aber in dem Moment, wo man die Kneipe betritt. Der holzgetäfelte Innenraum ist mit allerhand Bildern, Lichterketten und sonstigen Stehrümchen dekoriert - und auch eine leuchtende Gans darf natürlich nicht fehlen. Der sympathische Barmann erzählt uns, dass es die Kneipe bereits seit 1987 gibt - und versorgt uns den ganzen Abend mit versiert gezapftem Engelhardt (4€/0,4l). Das Publikum ist bei unserem Besuch gemischt - vom klassischen Automatenspieler im Eingangsbereich bis hin zu einer Gruppe Spandauer Jungs und Mädels, die sich bei einem kühlen Bier über ihre Erlebnisse an den Weihnachtsfeiertagen austauschen. Untermalt wird die Szenerie von einer selbsterstellten Playlist namens „Cool“, die uns ins Jahr 2010 zurück versetzt. Ein schöner Laden, für den sich der Weg nach Spandau allemal gelohnt hat.
Gänsemarkt
22/12/2024
Nur einen Steinwurf vom Bahnhof Charlottenburg und der quirligen Kantstraße entfernt liegt die Kneipe „Zum Freispruch“. Woher der Name kommt, ist nicht überliefert - vielleicht, weil man auf Absolution des Wirts hofft, wenn man am Tresen seine Sünden beichtet? Oder doch von der Nähe zum Amtsgericht Charlottenburg? Egal. Beim Eintritt in den Schankraum steht man gleich mitten im Geschehen - und vor dem dunkel vertäfeltem Tresen, der mit allerlei lustigen Biersprüchen dekoriert ist („Nüchtern betrachtet war es besoffen besser“). Die dunkelgrün gestrichenen Wände erinnern etwas an einen Irish Pub. Statt nach Kaffee schmeckender Plörre kommt hier aber ein Charlottenburger Original aus dem Zapfhahn: Engelhardt (3,30€/0,4l)! Nachdem die erste Bestellung aufgegeben ist, folgen alle weiteren Runden per Augenkontakt und kurzem Handzeichen mit der aufmerksamen Wirtin. So gefällt uns das! Bei unserem Besuch an einem Donnerstagabend ist die Kneipe gut besucht - mit einer Mischung aus altgedienten Stammgästen und eher jüngerer Klientel, die Dart und Billard in den beiden Nebenräumen frequentiert. Die beiden Spielautomaten, die sehr knapp hinter unserem Tisch platziert sind, nutzt an diesem Abend, Gott sei Dank, niemand – das wäre etwas eng geworden. Nur eins bleibt Gewiss: Von den Konsequenzen des Zu-tief-ins-Glas-Schauens kann einen am nächsten Morgen niemand freisprechen!
23/11/2024
Das „Alte Kiezkneipchen“ in der Nähe des Reinickendorfer Schäfersees ist in Wahrheit für Berliner Verhältnisse noch gar nicht so alt. Trotzdem konnte man hier in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum feiern. Begossen wurde dies sicherlich auch mit einem Engelhardt, das hier auf der Karte steht (3 Euro/0,4l) und beim Blick auf die Nachbartische durchaus auch bestellt wird. Bei unserem Besuch (der jetzt leider schon etwas her ist) ist die Terrasse mit Stammgästen besetzt. Man kennt sich, aber auch Neulinge werden freundlich begrüßt und wenn jemand geht, auch freundlich am Tisch verabschiedet. Gefällt uns. Der Wirt, der uns auf seinem T-Shirt mitteilt, stolzer zweifacher Opa zu sein, gesellt sich zwischendurch immer mal wieder zu seinen Gästen auf die Terrasse, während „Better Off Alone“ durch die Boxen schallt. Ob der Temperaturen spielt sich auch bei unserem Besuch alles draußen ab. Drinnen wird schnell klar: Hier ist Hertha-Zone. Die Wände sind blau-weiß und mit Trikots von Vereinsikonen wie Yildiray Bastürk gesäumt. Der einzelne Union-Schal neben dem Tresen darf wohl als Symbol der inner-berlinischen Völkerverständigung gewertet werden. Als wir aufbrechen, verabschieden wir uns ebenso freundlich bei den Stammgästen, wie wir begrüßt wurden. Der Name „Kiezkneipchen“ ist daher so simpel wie passend - ein erweitertes Wohnzimmer des Kiezes mit lauter netten Leuten.
23/08/2024
Mit einem Engelhardt spült man ja durchaus auch mal Sorgen und Nöte herunter. Dass das Berliner Brauerzeugnis auch ganz hervorragend mit Cevapcici, Raznjici oder Pljeskavica harmoniert, davon kann man sich im „Croatia-Grill Zum Ritter“ in Reinickendorf überzeugen. Getreu dem Motto „Der Mensch ist kein Beilagenesser“ kommen hier ordentliche Portionen Fleisch auf den Teller. Nicht nur dessen Gar-Grad, sondern auch das Engelhardt ist dabei „on point“ - perfekt gekühlt wird es im 0,5er-Pokal (4,50 €) serviert. Der mit dunklem Holz vertäfelte Gastraum ist ein Indiz dafür, dass hier bereits seit 1986 aufgetischt wird. Wem das zu düster ist, der findet auch noch ein Plätzchen auf der überdachten und von einer Hecke abgeschirmten Terrasse. Die zahlreichen Stammgäste werden vom Wirt manchmal mit Namen, jedenfalls immer mit Berliner Schnauze begrüßt. Für uns steht nach dem Besuch fest: Engelhardt und kroatische Küche - das ist eine gute Kombination!
23/06/2024
Eckensteher Nante ist jedem Berliner ein Begriff. Zwar griff der Gelegenheitsarbeiter beim Warten lieber auf Kümmelschnaps statt auf Gerstensaft zurück, ein Bierlokal nach der literarischen Figur zu benennen, ergibt trotzdem Sinn. So geschehen im „Nante“ in Charlottenburg. Und die Kommentare der Gäste mit Berliner Schnauze, die sich im terrassierten Schankraum am langen Tresen tummeln, stehen dem Original in nichts nach. Ein anderes Berliner Original kommt hier aus dem Zapfhahn: Engelhardt (3,30 Euro/0,4l)! Wirt Marek und wir sind uns sofort gegenseitig sympathisch, er garniert unsere „Zwischenbier“-Bestellung mit einer Runde Berliner Luft. An den beiden Spielautomaten neben dem Eingang herrscht bei unserem Besuch reger Betrieb, ohne dass hier die typische Spielotheken-Klientel abhängt. In der Raucherkneipe fühlen wir uns, am großen Fasstisch sitzend, richtig wohl. Neben der Freude des Biertrinkens kann man sich hier zudem auch bei regelmäßigen Karaoke- oder Quizabenden vergnügen. Ein Besuch lohnt also auf jeden Fall.
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