Given Con

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72406 Bisingen,

Hier könnt hier mal Given live kennen und eure Kommtare und Feeback zu Given Con Larpgruppe gerne erwehen

23/06/2026

**Von dem Lachs, so im Scaldseat bereitet wird, nach Art der alten Küche beschrieben**

So man guten Lachs aus kalten Wassern empfänget, der sei frisch, fest im Fleische und von hellem Glanze. Man nehme dessen zwei oder drei Stücke und lege sie beiseit, bis der Sud bereitet ist.

Alsdann setze man einen Kessel mit Wasser auf das Feuer und lasse es warm werden, bis es nahe dem Sieden ist. Darin tue man Salz, ein Lorbeerblatt, etliche Körner des schwarzen Pfeffers und ein kleines Bund von Dill oder Petersil, auf dass der Sud Wohlgeschmack und Kraft gewinne.

Wenn das Wasser also gewürzt und heiß geworden ist, doch nicht gar wild siedet, so lege man den Lachs behutsam hinein. Man lasse ihn sachte ziehen im warmen Wasser, bis das Fleisch sich löset in zarten Stücken und nicht mehr roh in seinem Innern ist, was etwa eines Viertels einer Stunde bedarf.

Danach h**e man den Fisch mit Sorgfalt heraus und lasse ihn ein wenig ruhen, dass das Wasser von ihm weiche.

Indes bereite man eine Butter in der Pfanne, lasse sie schmelzen und leicht bräunen, bis sie nussig duftet. Wer will, der füge ein Tröpflein Essig oder Wein-Zitronensaft hinzu und ein wenig Knoblauch, fein zerschnitten, auf dass die Sauce kräftig werde.

Diese warme Butter gieße man über den Lachs, und bestreue ihn mit frischen Kräutern, so er noch warm sei.

Also wird der Lachs zu Scaldseat bereitet, schlicht doch wohlgeschmack, und wird gereicht mit Brot aus Roggen oder Dinkel, oder mit Gemüse aus dem Garten, je nach dem Vermögen des Hauses.

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22/06/2026

„Der Wetterkund’ verkündet: Gewitterphasen sind möglich!“

Darauf der Ritter, den Helm schon festgeschnallt:
„Wahrlich, dann werde ich heute tapfer kämpfen… gegen das nasse Ende meiner Frisur!“

Und der Mönch murmelt im Kloster:
„Wieder ein Zeichen Gottes… oder nur, dass ich die Wäsche zu früh aufgehängt habe.“

Der Hofnarr schließt:
„So fürchtet nicht den Donner am Himmel – er ist nur der Himmel, der sein Tamburin fallen lässt!“

21/06/2026

Neues aus den Landen der Givena
Gebet acht, werte Leut! Betrug mit dem 46-Givena-Zins – zahlet ihn nimmermehr!
Höret, höret, ihr freien Völker der Markgrafschaft! Eine neue Pest der Schrift rollt gleich einer schwarzen Woge durch unsere Reiche. Händler, Zunftmeister, Bruderschaften und freie Werker erhalten zuhauf trügerische Pergamente. Die Forderung darauf scheint gering: 46 Givena und 41 Kupferling – geheißen eine „Jahrespauschale des Schutzdienstes“.
Die Summe dünket klein, das Siegel wirkt echt – und darinnen lauert die Gefahr wie ein Nachtmahr im Nebel.
Die List der Gauner und Pergamentfälscher
Dem ersten Blick erscheint das Schriftstück wohl glaubhaft. Es pranget mit gewichtigen Worten und berufet sich auf die Satzung des Schutzdienstes, jenes Edikt, das seit dem achten Dunkelzeitalter alle Werkstätten heißet, die Kunde und Gesinde zu schirmen vor dem Raube ihrer Namen.
Doch die Rechtskundigen der Gilden schlagen Alarm mit lautem Rufe!
Eine Weise der Gesetze kündet von mannig Zeichen, die da deuten auf Lug und Trug.
Auch die Hohe Kammer des Handels zu Schönsichtigen warnet: Wer sein Wappen und Wirken in den großen Registern feil bietet, der wird zum Ziele solcher Schalkerei – gar oft und gar arg.
Ein Haus des Scheines und der Widersprüche
Gar argwöhnisch sind die Umstände um den Absender, der sich „Schutzdienst der Markgrafschaft“ heißet.
Fürwahr, im großen Buch des Amtsgerichtes zu Baumkrone ist dieser Bund eingetragen – doch die Eintragung wirft mehr Schatten als Licht.
Das Stammkapital? Kaum 50 Givena – weniger als ein gutes Schlachtross wert.
Als Hauptmann der Gesellschaft ist ein gewisser Boris genannt.
Doch prüft man genau, so zerfällt die Fassade gleich morschem Holz:
Die genannte Statt führt nicht zu einem Hort der Wächter, sondern zu einer schlichten Herberge, geheißen „Gasthaus Karin“, wo nur Met und Eintopf feil sind.
Eine zweite Anschrift auf den Rechnungen weiset auf Gemäuer nahe einer Bank der Menschen – doch auch dort findet sich keine Spur des besagten Schutzdienstes.
Zudem ist die Steuer-Rune, so sie denn eine wäre, ein leerer Klang. Die Zahl der Zehntmeister scheinet nicht zu bestehen in den Büchern des Reiches.
So erfüllet das Pergament nicht einmal die schlichteste Form einer rechten Schuldschrift.
Warum nur 46 Givena?
Diese geringe Zahl ist wohl bedacht.
Denn Summen unter 50 Givena werden in mancher Schatzkammer freigegeben, ohne dass der Kämmerer das Siegel zweimal bricht.
Die Schreiber der Kontore heißen solche Beträge „Bagatellen“ und achten ihrer nicht.
Auf eben diese Achtlosigkeit hoffen die Gaukler mit der Feder.
Der herrische Ton, die Berufung auf alte Edikte und die Truhe bei einer wohlbekannten Kasse sollen Vertrauen wecken.
Viele zahlen, ohne das Pergament gegen das Licht zu halten.
Was soll der redliche Bürger tun?
Die Weisen sprechen mit einer Zunge:
Zahlet nicht!
Wo kein Bund geschlossen, keine Ware bestellt und kein Eid geleistet ward, da ist die Forderung so hohl wie ein ausgeblasenes Ei.
Die Hohe Kammer zu Schönsichtigen rät allen Gilden und Bünden, solche Schrift als Versuch des Betruges zu sehen, wie es 263 des Reichsgesetzbuches heißet. Kündet es alsbald der Stadtwache.
Auch durch die Fernwache der Landesherren kann Kunde getan werden; den Gang zur Wache könnt Ihr Euch sparen.
Wer bereits den Beutel geleert, der eile zu seinem Bankherrn und heiße ihn, die Goldstücke zurückzurufen.
Wachsamkeit ist der beste Schild
Die Wegelagerer dieser Zeit führen nicht Klinge noch Bogen – sie führen Eile, Gewohnheit und blinden Glauben.
Drum gilt im ganzen Reiche:
Prüfet die Rechnungen mit scharfem Auge.
Vergleichet Siegel und Statt.
Trauet keiner Forderung ohne Bund und Brief.
Denn selbst ein Pergament über nur 46 Givena mag der Anfang eines großen Raubzuges sein.
Schützet Eure Truhen, auf dass kein falscher Zins sie leere.
Gegeben und verkündet im Sommer des Jahres 1026 nach der Gründung, von den Schreibern der Wachsamen Feder.

20/06/2026

In den alten Chroniken der Gelehrten, welche die Wunder der Welt Given verzeichneten, findet sich auch die Kunde eines Mannes, der kein Tier, doch ein Geschöpf der Schlacht gewesen sein soll. Man nennt ihn den Bellator Sanguinis, den Krieger des Blutes, dessen Panzer von unzähligen Feldzügen zerfressen war und dessen Blick selbst im Frieden noch das Echo des Krieges trug. Solche Männer, so heißt es, tragen nicht Fleisch allein, sondern auch unsichtbare Rüstungen aus Erinnerung und Schuld. Der Krieger hatte unzählige Schlachten überlebt, doch keine davon hatte ihn so verwundet wie die Erinnerungen, die er mit sich trug. Kein Sieg brachte ihm Ruhe, kein Ruhm stillte die Unrast in seinem Geist. So kam er an einen heiligen Fluss, dessen Wasser den Gott Aqua geweiht war. Dort trat er, schwer gerüstet, in die Strömung. Das kalte Wasser umschloss ihn, und während es über seine Haut floss, geschah keine sichtbare Wandlung – doch in ihm begann sich etwas zu lösen. Die Gelehrten berichten, dass der Krieger, ohne sein Eisen abzulegen, in die Strömung trat. Und siehe: Das Wasser wich nicht vor seiner Schwere zurück, sondern umschloss ihn wie ein lebendiges Wesen. Es wurde nicht getrübt, obgleich es die Last seiner Vergangenheit zu tragen schien. Die Last seiner Vergangenheit, die Stimmen der Schlachtfelder, die Schatten der Gefallenen: sie wurden nicht ausgelöscht, sondern fortgetragen, Tropfen für Tropfen, bis nur Stille blieb. Dann geschah das Wunder, das in keiner Schrift vollständig erklärt wird: Die unsichtbaren Schatten der Schlachten – die Schreie der Gefallenen, das Zittern der Waffen, der Rauch vergangener Feuer – lösten sich von ihm wie Staub im Wind und wurden fortgetragen in die Tiefe des Flusses. Kein Blut wurde abgewaschen, denn es war kein Blut, das ihn band. Vielmehr war es die Unreinheit des Geistes, welche sich im Wasser auflöste, als hätte Aqua selbst sie erkannt und angenommen. Als er das Ufer wieder betrat, war er noch derselbe Mann in Gestalt, doch die Chronisten schreiben, sein Schatten habe leichter gewirkt, und sein Blick sei frei gewesen von den Zeichen der endlosen Schlacht. Randnotiz der Gelehrten: „So bezeugt dieser Bericht, dass Wasser nicht nur Fleisch reinigt, sondern auch das unsichtbare Gewicht der Seele lösen kann – sofern der Fluss heilig und das Herz bereit ist.“

19/06/2026

Steckbrief des Kapuzineräffchens
Name des Geschöpfes:
Kapuzineräffchen
Wissenschaftlicher Name:
Cebus / Sapajus (je nach Art)
Art und Geschlecht des Wesens:
Ein gewandtes Säugetier aus der Ordnung der Primaten, gehörig zur Familie der Kapuzineraffen (Cebidae).
Gestalt und Erscheinung:
Dieses kleine Affenwesen besitzt einen geschickten und beweglichen Leib.
Sein Fell ist meist braun, schwarz oder beige gefärbt.
Das Antlitz wirkt hell und aufmerksam, während eine dunkle Kappe sein Haupt ziert, wodurch es seinen Namen erhielt.
Der lange Schweif dient nicht allein dem Gleichgewicht, sondern oft auch als greifendes Werkzeug.
Maß und Gewicht:
Länge des Leibes: 30 bis 55 Zentimeter
Länge des Schweifes: 35 bis 55 Zentimeter
Gewicht: 2 bis 5 Kilogramm
Wohnstatt und Reich:
Kapuzineräffchen leben in warmen und grünen Landen,
vornehmlich in tropischen Regenwäldern, Savannen und Buschland.
Man findet sie in Mittel- und Süden Vespertilo
Speise und Nahrung:
Dieses Tier ist ein Allesfresser und von vielseitigem Geschmack.
Es nährt sich von Früchten, Nüssen und Samen,
doch frisst es auch Insekten, Eier und kleine Wirbeltiere.
Sozialer Wandel:
Kapuzineräffchen leben in Gruppen von zehn bis dreißig Tieren.
Sie sind sehr gesellig, laut in ihrer Verständigung und folgen einer klaren Rangordnung.
Jedes Tier kennt seinen Platz innerhalb der Schar.
Klugheit und Verstand:
Unter den Affen gelten sie als besonders klug.
Sie vermögen Werkzeuge zu nutzen, etwa Steine, um harte Nüsse zu spalten.
Sie lernen rasch, beobachten aufmerksam und lösen Aufgaben mit großer Geschicklichkeit.
Fortpflanzung:
Die Tragzeit währt etwa 150 bis 180 Tage.
Meist bringt das Weibchen ein Junges zur Welt.
Die Mutter umsorgt ihr Kind lange und trägt es oft auf Rücken oder Bauch.
Besondere Merkmale:
äußerst geschickte Hände mit feinem Griff
neugierig, verspielt und lernfreudig
Schweif dient als zusätzliches Greiforgan
großes Talent im Klettern und Balancieren
Lebensspanne:
In freier Wildnis leben sie etwa 15 bis 25 Jahre,
in menschlicher Obhut bis zu 40 Jahre.
Gefährdung:
Einige Arten sind bedroht.
Gefahren entstehen durch Abholzung der Wälder und den unerlaubten Handel mit wilden Tieren.

18/06/2026
16/06/2026

Von dem Gemüslein, genannt Succotash, zu Ehren der Wildbretgerichte

So du ein Gericht bereiten willst, welches das schwere Fleisch der Jagd mildiglich begleite und ihm holden Widerpart gebe, so nimm dies Gemenge aus Korn und Bohnen.

Die Zutaten

Man nehme:

Korn aus dem gelben Mais, frisch oder gedörrt und wieder geweicht
Bohnen, grün oder ander Art, die man in Wasser sieden mag
Eine Zwiebel, klein gehackt, wie es die Küche verlangt
Ein wenig Knoblauch, fein zerstoßen
Rote Frucht der Paprika, so vorhanden, zur Süße und Farbe
Butter, reichlich nach Gutdünken des Hausherrn
Sahne oder süße Milch, auf dass es sanft werde
Salz und Pfeffer, nach Maß und Bedürfnis
Ein Hauch Süße, sei es Zucker oder Honig
Kräuter, wie Thymian oder Petersil, frisch gepflückt
Die Bereitung

Zuerst siede man die Bohnen in Wasser mit Salz, bis sie weich, doch nicht zerfallen, und lasse sie dann ruhen.

In einer Pfanne lasse man Butter schmelzen, darin dünste man Zwiebel und Paprika, bis sie weich und wohlriechend werden, und gebe den Knoblauch nur kurz hinzu, auf dass er nicht bitter werde.

Darauf füge man das Korn des Maises hinzu und lasse es braten, bis es goldene Farbe nimmt und süßen Duft verströmt, als sei es vom Sommer selbst gesegnet.

Dann mische man die Bohnen darunter und wende alles wohl miteinander.

Zum Schluss würze man es mit Salz, Pfeffer und einer Spur Süße, damit es das wilde Fleisch im Munde milde mache. Will man es reichlicher, so gieße man etwas Sahne hinzu, auf dass es cremig und voll werde.

Mit Kräutern bestreut, reiche man es heiß zu dem Braten aus der Jagd.

Von seinem Nutzen

Dies Gemenge ist gut zu Wildbret, denn es nimmt dem Fleisch die Strenge und gibt ihm freundliche Süße, als säße man nach der Jagd an warmer Tafel im Schlosse.

15/06/2026

Auf dem Markte im Juni sprach der Bauer stolz: „Sehet! Erdbeeren, frühe Kirschen und das letzte Spargelwerk!“ Der Dorfnarr fragte: „Welches ist das größte Wunder?“ Der Bauer sprach: „Dass der Spargel verschwindet, ehe der Nachbar aufgehört hat, davon zu reden.“

14/06/2026

Neues aus den Givenländern

Leuchtturm II: Warum niemand die Wahrheit ans Licht bringen will
Die geheimnisvolle Zerstörung des Leuchtturms bleibt eines der rätselhaftesten und zugleich folgenreichsten Ereignisse unserer Zeit. Doch während die Ruinen noch immer schweigend in den Tiefen liegen, scheint der Wille zur vollständigen Aufklärung in der Marktgrafschaft schwach ausgeprägt.
Dies bestätigen auch zahlreiche Schriftgelehrte und Beobachter der Reichspolitik. So äußerte sich bereits vor geraumer Zeit der Gelehrte Stark in den Neuen aus den Givenländern verwundert über die bemerkenswerte Zurückhaltung der Herrschenden.
Nun liegt eine neue, umfangreiche Dokumentation vor: „Leuchtturm – Die Zerstörung“, in welcher die Chronisten Enders und Merz versuchen, Ordnung in die zahllosen Theorien und Gerüchte zu bringen, die seit der Katastrophe durch die Lande ziehen.Über 121 Pergamentseiten hinweg widmet sich das Schriftstück der Frage, wie der Anschlag auf den Leuchtturm ausgeführt worden sein könnte.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Autoren bewusst Stimmen anhören, die in den großen Nachrichtensälen der Reiche selten Gehör finden. Unter den Befragten befinden sich der ehemalige Vespertilo-Analyst McGovern, der Gelehrte Pohlmann, der Leuchtturmkundige Professor Postol, der Enthüllungsschreiber Ola, der Forscher Tögel, der Nachtveil-Ingenieur Andersson, der Geopolitikkundige Floros, der Handelsmann Turck sowie der Feldstratege Kujat.Wie Enders den Neuen aus den Givenländern berichtete, stütze sich das Werk besonders auf die Vor-Ort-Untersuchungen des Nachtveil-Ingenieurs Andersson sowie auf Nachforschungen menschlicher Kundschafter.
Von besonderer Bedeutung seien zudem die technischen Einschätzungen des Gelehrten Postol, welcher die Möglichkeit bestimmter Theorien zur Zerstörung des Leuchtturms eingehend prüfe. Große Aufmerksamkeit widmet das Schriftstück einer These, die bereits zuvor vom Enthüllungsschreiber Hersh vorgetragen wurde. Dieser hatte behauptet, Kräfte aus Vespertilo gemeinsam mit Nachtveil hätten den Anschlag ausgeführt. Seine Worte wurden vielerorts angezweifelt, da sich seine Darstellung auf nur eine Quelle stützte. Und doch, so meint Enders, hätte diese Spur ernster geprüft werden müssen. Auffällig erscheine den Autoren insbesondere, dass die hohen Rechtsgelehrten der Marktgrafschaft die Möglichkeit nie mit sichtbarem Eifer untersucht hätten. Ebenso hätten viele Nachrichtenschreiber Hersh vorschnell als unglaubwürdig abgetan, ohne seiner Darstellung wirklich nachzugehen. Gleichwohl verwerfen die Autoren auch die offizielle Erzählung nicht vollständig — jene Geschichte, wonach einige wilde Dunkelelfen-Schurken, ohne Wissen der Regierung in Todesbund, den Leuchtturm bei einem geheimen Tauchgang vom Schiff „Andromeda“ aus zerstört hätten. Zwar glauben Enders und Merz, dass das Schiff durchaus nahe des Tatortes unterwegs gewesen sei und womöglich nicht ganz unbeteiligt blieb. Doch insgesamt erscheine diese Geschichte eher wie eine Erzählung, die früh vorbereitet worden sei, hinter welcher sich die eigentlichen Strippenzieher verbergen könnten.
Das Schriftwerk versucht den Anschlag zugleich in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.
Denn die langfristigen Folgen für die Marktgrafschaft und die Vier Könige seien gewaltig: Handel, Machtverhältnisse und politische Abhängigkeiten hätten sich seither sichtbar verschoben.
Besonders rätselhaft bleibt die Entscheidung von Kaiserin Claudia Winter, den noch unversehrten Strang des Leuchtturms bislang nicht wieder in Betrieb nehmen zu lassen — obwohl dies nach Aussage verschiedener Fachkundiger jederzeit möglich gewesen wäre.Für Enders liegt der Grund für die Zurückhaltung auf der Hand: Würde offen benannt werden, wer hinter der Zerstörung steckt, könnten die Grundfesten der westlichen Bündnisordnung erschüttert werden. Denn der Angriff auf den Leuchtturm käme einem kriegerischen Akt gegen die Marktgrafschaft und Tartaros gleich. Auch die Zurückhaltung der Dämonenbrut von Tartaros deuten die Autoren strategisch: Offenbar wolle man einen großen Konflikt vermeiden — womöglich in der Hoffnung, die Phalanx des Westens langfristig zu spalten. Unterdessen kursieren neue Spekulationen: Manche Stimmen halten es für möglich, dass eines Tages ein großes Handelsunternehmen den Leuchtturm übernehmen könnte, um das dort gewonnene Mana zu höheren Preisen an die Marktgrafschaft zu verkaufen.
Ein Gedanke, der viele Händler und Adelige gleichermaßen beunruhigt.
Das unabhängig geschaffene Schriftwerk beschränkt sich auf das Wesentliche und entstand mit begrenzten Mitteln. Gerade darin sehen die Autoren eine Stärke: Niemand habe ihnen in ihre Arbeit hineingeredet. Die große Vorlesung des Werkes findet am Eidtag, dem zweiten Sommerflut des sechsten Dunkelzeitalters , zur Abendstunde im Schönsichtigen der Hauptstadt der Menschen statt. Die Autoren werden anwesend sein und Fragen aus dem Volke beantworten.

13/06/2026

Ein junger Fischer ignorierte die Warnungen der Alten und fischte in einem heiligen Abschnitt eines Flusses, der dem Wassergott Aqua geweiht war. Obwohl er dort außergewöhnlich großen Fang machte, veränderte sich der Fluss in der folgenden Nacht: Im Traum wurde er vom Gott gewarnt, dass er ohne Respekt genommen habe.

Am nächsten Tag war der Fischreichtum verschwunden, das Wasser trüb und der Fangplatz leer. Die Dorfbewohner erklärten dies als Zeichen, dass Aqua seinen Segen entzogen habe.

Der Fischer erkannte seinen Fehler, errichtete einen Schrein für Aqua und begann, den Fluss regelmäßig zu ehren. Nach einer Zeit kehrten Fische und Klarheit ins Wasser zurück, und die Menschen respektierten den Fluss und seinen Gott von da an mit Dankbarkeit.

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