Kirchenbote
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Reformierte News aus Baselland, Basel-Stadt, Luzern, Obwalden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Uri und Zug und von den Kantonalpartnern Appenzell, Glarus, St. Gallen und Thurgau.
26/09/2026
«In der Krise braucht es starke Netzwerke, nicht starke Autoritäten.»
Frauen prägen die Kirche seit jeher, auch wenn sie oft vergessen, verkannt und aus der Geschichte gestrichen wurden. Rita Famos ist die erste Frau an der Spitze der Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz .
Im Gespräch sagt sie, wie gute Führung für sie aussieht, wo die Kirche bei der Gleichstellung der Gesellschaft voraus ist und welches männliche Vorurteil sie auf die Palme bringt.
https://www.kirchenbote-online.ch/artikel/in-der-krise-braucht-es-starke-netzwerke-nicht-starke-autoritaeten/
Interview: Nicole Noelle und Stefan Degen
Mehr starke Frauen in unserem Fokus «Ohne Frauen keine Kirche»:
• Biblische Heldinnen: vergessen, verkannt, wiederentdeckt
• Pionierinnen mit Wirkung
• Auf diese Frau haben die Männer gehört
• Frauen machen die Kirche sinnlicher
23/09/2026
Dummsein muss man üben.
«An viele unangenehme Gefühle habe ich mich gewöhnt: Der Schreck, wenn ich mal wieder ein Glas über den Restauranttisch kippe. Oder wenn ich einen Witz mache, aber niemand lacht. Doch an dieses Gefühl werde ich mich nie gewöhnen: Dumm sein und dabei beobachtet werden», schreibt Anna Näf, Pfarrerin, Texterin und Jugendarbeiterin, in ihrem neuen Gastbeitrag.
YouTube-Tutorials verzeihen jede Ahnungslosigkeit, ohne verurteilenden Blick. Doch was, wenn ein Mensch uns beim Dummsein erwischt? Näf erklärt, wie ihr ausgerechnet das Gebet hilft, dieses Gefühl auszuhalten statt zu verdrängen.
https://www.kirchenbote-online.ch/artikel/dummsein-muss-man-ueben/
Text: Anna Näf
22/09/2026
Weniger Austritte, aber keine Entwarnung.
Zum zweiten Mal in Folge ist die Zahl der Kirchenaustritte in der Schweiz deutlich gesunken – und das überraschend stark. Das zeigt die neue Kirchenstatistik des St. Galler Pastoralsoziologischen Instituts (SPI). Doch von einer Trendwende will niemand sprechen.
Der eigentliche Befund liegt woanders: Die Taufzahlen sinken in beiden Kirchen weiter. 2025 wurden noch 12'809 Menschen katholisch und 6'261 reformiert getauft – so wenige wie noch nie in den letzten zehn Jahren.
«Eine Volkskirche muss sich daran messen lassen, ob sie für die Gesellschaft tatsächlich noch ansprechbar ist. Es geht längst nicht mehr darum, möglichst lange möglichst gross zu bleiben, sondern darum, wie Kirche sein will, wenn sie kleiner wird – ohne klein zu werden», sagt Stephan Jütte, Kommunikationschef der Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz .
Ein Lichtblick: Katholische Erwachsenentaufen erreichen einen Höchstwert – wenn auch auf tiefem Niveau. Eine religiöse Erweckungsbewegung sieht das SPI darin trotzdem nicht. Warum Institutsleiter Arnd Bünker das Phänomen dennoch kulturell bedeutsam findet, auf
https://www.kirchenbote-online.ch/artikel/weniger-austritte-aber-keine-entwarnung-die-schweizer-kirchen-zwischen-schrumpfen-und-suchbewegung/
Text: Tilmann Zuber
19/09/2026
Vom Mut, über das eigene Sterben zu reden.
Ein offener Sarg, mitten in der Stadt. Probeliegen ausdrücklich erwünscht. Schauspieler Gregor Schaller (Bild) macht es vor: Die Ausstellung «Sterbensmutig» bringt den Tod in den öffentlichen Raum. Die meisten Besucherinnen und Besucher folgen der Einladung zögerlich: erst seitwärts hineinsetzen, dann langsam hinlegen, den Deckel schliessen, nur um ihn gleich wieder zu öffnen.
Rund um den Sarg hängen Leintücher mit Fragen: «Was ist ein würdevolles Leben?» Oder: «Wie stehst du zur Sterbehilfe?» Die Ausstellung wandert seit Oktober 2025 von Bern über Zürich und Basel weiter, oft in Zusammenarbeit mit den örtlichen Kirchgemeinden. Im Oktober und November ist sie in Schloss Greifensee und in Baden zu sehen.
«Die Leute wollen im Tod keine Belastung sein. Aber die Belastung ist der Tod selbst», sagt Selina Lauener, Initiantin von «Sterbensmutig». Was braucht es, damit der Tod seinen Schrecken verliert? Warum sie findet, eine Beerdigung dürfe ruhig gross sein, und was das mit ihrer eigenen Familie zu tun hat, auf
https://www.kirchenbote-online.ch/artikel/vom-mut-ueber-das-eigene-sterben-zu-reden/
Text: Noemi Harnickell
Foto: Nicole Noelle
18/09/2026
Permakultur im Wiesli: Ein Stück Glarner Erde lebt auf.
Mitten in der dicht bebauten Stadt Glarus liegt eine grüne Oase, in der auch die Büros der reformierten Landeskirche eingemietet sind. Über 25 Jahre gewachsen aus einer alten Gärtnerei, ist das Wiesli heute ein Leuchtturmprojekt für Permakultur.
Permakultur ist eine ökologische, kreislauforientierte
Bewirtschaftungsmethode, die auf Vielfalt statt Monokultur setzt und Böden nachhaltig verbessert statt sie auszulaugen. Mit ökologischen Synergien lässt sich auf Kunstdünger und Pestizide verzichten – lokal statt auf Massenproduktion ausgerichtet.
«Bei uns gibt es keinen ‹Abfall›. Baumschnitt, Gras und anderes Pflanzenmaterial werden zu fruchtbarem Humus oder zum Abdecken von Beeten verwendet», sagt Moritz Kühne, Landschaftsgärtner und Biobauer.
Was 2021 als IG begann, wächst heute zu einem Kompetenzzentrum für nachhaltige Landwirtschaft heran: mit Gartenbistro, Kartoffelacker und dem einheimischen Schwandener Röseler. Wie man beim Wiesli-Projekt mitmachen kann, auf
https://www.reformiert-gl.ch/artikel/permakultur-im-wiesli-ein-stueck-glarner-erde-lebt-auf/
Text: Swantje Kammerecker Ref-gl.ch
17/09/2026
Eine Pfarrerin im Jury-Sessel von Venedig.
Pascale Huber, Pfarrerin und Geschäftsführerin der Reformierten Medien, präsidierte die Interfilm-Jury am Filmfestival von Venedig. Ausgezeichnet wurde «Un bon petit soldat», ein Drama über eine Personalchefin zwischen Fürsorge und Profit.
«Der Film hält uns den Spiegel vor, ohne einfache Lösungen zu liefern. Es gilt, dort hinzuschauen, wo Menschen ihres Wertes beraubt werden, und dort einzugreifen, wo ihre Würde verletzt wird», sagt Huber.
Der Film wurde zusätzlich mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Worum es in «Un bon petit soldat» genau geht und wie Huber über den Auftrag der Jury denkt, auf
https://www.kirchenbote-online.ch/artikel/eine-pfarrerin-im-jury-sessel-von-venedig/
Text: Stefan Degen
17/09/2026
Meditieren mit Schafen und Schweinen.
Auf 14 Hektaren am Rigi Felsentor bietet die Tierschutzstelle Felsentor geschundenen und alten Tieren einen friedlichen Lebensabend. Zwanzig Jahre lang leitete den Hof Schwester Theresia, inspiriert vom heiligen Franz von Assisi.
Eines dieser Tiere war Eber Anton, der ursprünglich als Spanferkel enden sollte. «Wir boten ihm Asyl», erinnert sich Schwester Theresia. Anton wurde über 14 Jahre alt, für ein solches überzüchtetes Schwein ein aussergewöhnlich hohes Alter.
Auf dem Gelände können Besucherinnen und Besucher zudem einen Kurs namens «MediTiere» machen: Sie suchen sich einen stillen Platz zur Meditation, und die Tiere gesellen sich von selbst dazu.
Wie Schwester Theresia zu ihrem Glauben fand und was sie mit sieben rumänischen Strassenhunden zu Hause macht, im Interview auf
https://www.kirchenbote-sg.ch/artikel/meditieren-mit-schafen-und-schweinen/
Text und Fotos: Reinhold Hönle
16/09/2026
Mitten in der Schöpfungszeit lohnt sich der Blick auf einen, der wie kein anderer für die Verbindung von Glaube und Schöpfung steht: Franz von Assisi. Eine der eindrücklichsten Gestalten der Kirchengeschichte, auch für Reformierte, die sonst nicht von Heiligen sprechen. Sein Sonnengesang findet sich in drei Versionen im Gesangbuch.
Ein Wolf versetzte das Dorf Gubbio in Angst und Schrecken. Franziskus zog in den Wald, sprach ihn als Bruder an, und der Wolf legte sich sanft zu seinen Füssen. Fortan sorgten die Dorfbewohner für sein Fressen, bis er zwei Jahre später an Altersschwäche starb. Das ganze Dorf trauerte um ihn.
Warum Franziskus nicht zum Armutsheiligen, sondern zum Schöpfungsheiligen wurde, und was die Geschichte vom Wolf über Frieden zwischen Mensch und Tier lehrt, auch mit Blick auf die aktuelle Wolfsdebatte in der Schweiz, im ganzen Essay auf
https://www.magnet.jetzt/artikel/der-schoepfungsheilige/
Text: Annette Spitzenberg
15/09/2026
Achtung: nur gute Nachrichten!
Wer genug hat von schlechten Nachrichten, kann jetzt direkt zu den guten springen. Unser neues Goodnewsportal bündelt, was sonst zwischen all den Krisenmeldungen verloren geht: Rings um uns entstehen Geschichten von Engagement und Hoffnung, die es verdienen, erzählt zu werden.
Eine pensionierte Frau, die in der Brockenstube alten Dingen ein zweites Leben schenkt. Zwei junge Menschen, die mit ihrer eigenen christlichen Kleidermarke ihren Glauben in den Alltag tragen. Ein Satz mit vier Wörtern und einer Melodie, der gerade Millionen Menschen berührt. Eine Frau, die von ihrem späten Mutterglück erzählt, und ein Paar, das auch ohne Kinder glücklich ist. Und: Hoffnung ist trainierbar, sagt Hoffnungsforscher Andreas Krafft.
Alle diese Geschichten und mehr auf
www.goodnewsportal.ch
13/09/2026
Seit ihrer Pensionierung vor drei Jahren arbeitet Erika Schwarz ehrenamtlich in der Brocki Eschenz-Burg, die von der gleichnamigen Kirchgemeinde in den Kantonen Thurgau und Schaffhausen getragen wird. Brockenstuben und ihr Kreislauf der alten Dinge passen perfekt zur diesjährigen Schöpfungszeit, die unter dem Motto «Wertvoll leben – der Mehrwert der Dinge» steht.
«All diese Berge an Plastik und Kleidern, die an Afrikas Strände angespült werden. Ich staune immer wieder, wie manche Leute sich fast wöchentlich neue Kleider anschaffen», sagt Erika Schwarz. Sie zeigt auf eine Bluse, die schon ihre mit 92 Jahren verstorbene Mutter trug: «Sie ist von guter Qualität, sie gefällt mir, sie passt mir, und es ist ein Andenken an meine Mutter.»
Ein Junge, der für eine coole Lederjacke sein Sackgeld zusammenkratzt. Ein deutsches Paar, das gleich ein ganzes Paket Taucherbrillen für benachteiligte Kinder kauft.
Warum jeder Brocki-Fund eine eigene Geschichte erzählt und wohin der Erlös fliesst, auf
https://www.kirchenbote-online.ch/artikel/der-mehrwert-der-dinge/
Text: Vera Rüttimann
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