TEMC
Tactical Emergency Medical Concept
Tactical Rescue & Medic System for Police, Firefighters, Militar
18/06/2026
Es war mir eine Ehre und grosse Freude!
17/06/2026
Situational Awareness – Sehen, was andere übersehen
In der taktischen Medizin, im Selbstschutz und im Einsatz beginnt Sicherheit nicht mit der ersten Massnahme – sondern mit der Wahrnehmung der Situation.
Wer nur auf den Patienten (oder die zu kontrollierende Person) blickt, übersieht möglicherweise die eigentliche Gefahr. Wer nur auf die Aufgabe fokussiert ist, verliert schnell das Gesamtbild.
Situational Awareness bedeutet:
✔ Die Umgebung wahrnehmen
✔ Risiken frühzeitig erkennen
✔ Veränderungen bemerken
✔ Handlungsoptionen bewerten
Sie ist die Grundlage jeder guten Entscheidung und der erste Schritt im OODA-Loop.
Denn bevor wir entscheiden und handeln können, müssen wir verstehen, was tatsächlich passiert oder passieren kann.
Die beste Ausrüstung ersetzt keine Aufmerksamkeit.
Der beste Plan nützt wenig, wenn die Lage falsch eingeschätzt wird.
Situational Awareness ist keine Fähigkeit für den Einsatz.
Sie ist eine Gewohnheit für jeden Tag.
Training dazu gefällig? Der nächste Lehrgang findet am Wochenende des 29. & 30. August 2026 statt. Alle Informationen und Anmeldung auf der Homepage (in der Bio).
stay safe & watch your six!
10/06/2026
Was hat der OODA-Loop und Medical Planning gemeinsam?
Der OODA-Loop und Medical Planning folgen im taktisch-notfallmedizinischen Umfeld demselben Grundprinzip: Beide sind keine linearen Abläufe, sondern kontinuierliche Entscheidungs- und Anpassungsprozesse.
Der OODA-Loop – Observe, Orient, Decide, Act – beschreibt die permanente Lagebeurteilung und Entscheidungsfindung unter Zeitdruck, Unsicherheit und dynamischen Bedingungen. Genau diese Denkweise bildet auch die Grundlage eines wirksamen Medical Planning.
Medical Planning endet nicht mit der Erstellung eines Plans. Vielmehr handelt es sich um eine fortlaufende „Dauerschleife“, in der medizinische Risiken, verfügbare Ressourcen, Evakuationsmöglichkeiten, Bedrohungslagen und operative Veränderungen ständig neu bewertet werden müssen.
Die Verbindung beider Konzepte wird besonders im Einsatz deutlich: Beobachtungen verändern die Lage, neue Informationen erfordern eine Anpassung der Orientierung, Entscheidungen müssen überprüft und Massnahmen angepasst werden. Jede medizinische Handlung und jede Veränderung der taktischen Situation erzeugt neue Informationen – und der Kreislauf beginnt erneut.
Ein gutes Medical Planning orientiert sich daher am OODA-Prinzip: flexibel statt starr, dynamisch statt statisch und jederzeit an die aktuelle Lage angepasst. Ziel ist nicht der perfekte Plan, sondern die Fähigkeit, unter wechselnden Bedingungen handlungsfähig zu bleiben und medizinische Versorgung wirksam sicherzustellen.
Im Lehrgang vom 29. & 30. Aug. 2026 hat es noch Plätze frei. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Homepage (in der Bio).
stay safe & watch your six!
03/06/2026
Zur letzten Woche vorgestellten Bauch-/Hüfttasche stellt sich ggf. die Frage, welches Medical Planning derselben zu Grunde liegt.
Bekanntlich geht es bei Medical Planning um die Klärung der folgenden Fragen:
- Wo / Wohin? (Sicherheitslage, Klimazone, Standards)
- Wer? (Team, Teamgrösse, Teamstruktur, Führung)
- Wann? (Zeit, Saison, Regen-, Trockenzeit)
- Wie lange? (Dauer, Phasen, Unterbruch)
- Was? (Auftrag, Auflagen, Besonderheiten)
- Wie? (stationär, mobil, ab- oder aufgesessen)
Da es sich bei der von mir zusammengestellten Bauchtasche um ein Alltags-MEDIC-Pack handelt, das aber auch an Einsätzen zum Tragen kommt, ist das Medical Equipment auf vieles anwendbar, aber nicht auf alles.
Selbstverständlich fehlen bspw. Infusion & Besteck, Stiffneck oder auch Funkgerät, aber die erste Zeit, bis nach ggf. abgesetztem Notruf die regulären Einsatzkräfte eintreffen, lässt sich doch sehr gut damit arbeiten.
Wichtig ist dabei, dass reduntant mitgeführte Effekten (bspw. Rettungsdecke, Tape) auch mittels Improvisation nicht (nur) für den Label-Use angewendet werden. Es gehört schon ein bisschen (Denk-)Arbeit dazu und bedarf einiger Tests, aber die Auseinandersetzung mit der Thematik und möglichen Szenarien macht die Sache an sich schon reizvoll. Und selbstverständlich sollen auch, wenn angebracht oder angezeigt, Optimierungen vorgenommen werden.
Im Lehrgang vom 29. & 30. Aug. 2026 hat es noch einige Plätze frei. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Homepage (in der Bio).
stay safe & watch your six!
27/05/2026
Es wird wieder wärmer und ich hab’ mich nach einem Behältnis für das medizinische Material, das sich ansonsten in den Jacken befindet, umgesehen.
Die Bauch-/Hüfttasche POSSUM Waist Pack von Helikon-Tex bietet volle Funktionalität in einem kleinen Format und ist ideal als EDC oder MEDIC-Pack.
Zu den Highlights gehören zwei Reissverschlusstaschen (einschliesslich einer versteckten auf der Rückseite), ein Velcro-ID-Panel, ein abnehmbarer Hüftgurt/Bandolier für flexible Tragemöglichkeiten sowie MOLLE/PALS-Schlaufen für individuelle Erweiterungen. Im Inneren befindet sich eine Reissverschluss-Netztasche und ein integrierter Organizer, der Ihre Essentials organisiert hält, ohne zusätzliches Gewicht hinzuzufügen.
Wie man was und wie viel davon und wo verstaut, ist immer dem Innenleben einer jeden Tasche geschuldet und letztlich auch Geschmackssache.
Ich hab’ jetzt folgende Pack-Ordnung:
In der «versteckten» Tasche hab ich 2 MiST-Reports, eine Rettungsdecke und 2 Paar med. Handschuhe.
Im vorderen, kleineren Fach sind verstaut Alkohol-Pads und ein kleines Burn-Free (Hydrogel) in der Wundpflastertasche, ein flaches Multitool im Kreditkartenformat und eine (abgelaufene) Kundenkarte umwickelt mit ca. 6m Tape sowie zwei transparente Hydrokolloidverbände. Und: drei Tampons (aber bitte NICHT für’s WoundPacking, sondern nur für den regulären Gebrauch 😊).
Im Hauptfach befinden sich
X: 1 Tourniquet, 1 QuickClot z-folded, 1 Wundkompresse, 1 komprimierte Gauze
A: 1 Wendl mit Gleitgel 5mg
B: 2 Chest-Seals, 1 Entlastungspunktionsnadel
C: 1 Hydrogel BurnFree (in ZIP-Beutel mit zusätzlichen med. Handschuhen)
D: 1 kleines Multitool mit Lämpchen
E: 3 Rettungsdecken
Des Weiteren haben Platz gefunden 1 Taschenlampe, 1 Edding, 3 kurze Kabelbinder, 1 Clip mit Tape, 1 Paar Ohrenstöpsel, 3 Desinfektionstüchlein und 1 Desinfektionsmittel (15ml) und natürlich mehrere «überall» versorgte med. Handschuhe.
Alles in allem ist mir nach nicht allzu langem pröbeln eine gute und logische Organisation gelungen, die ich Euch (offensichtlich) nicht vorenthalten wollte.
stay safe & watch your six!
20/05/2026
Der OODA-Loop ist sowohl im normalen Leben als auch in der Taktik und insbesondere in der taktischen Notfallmedizin kein Theorie-Modell — sondern gelebte Einsatzrealität.
Der OODA-Loop beschreibt den permanenten Entscheidungszyklus unter Stress, Zeitdruck und Bedrohung.
OODA steht für:
• Observe – Beobachten
• Orient – Einordnen
• Decide – Entscheiden
• Act – Handeln
Observe
Was sehe ich? Wo ist die Gefahr? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Taktische Medizin bedeutet immer: Patient UND Umfeld beurteilen.
Orient
Die Informationen müssen eingeordnet werden.
Was tötet zuerst? Sicherheit oder Behandlung? Hot Zone oder (teil-)sichere Umgebung?
Hier zeigt sich der Wert von Training und Erfahrung (Bauchgefühl nicht ignorieren!)
Decide
Perfekte Entscheidungen gibt es selten.
Entscheidend ist, schnell priorisieren zu können:
• Tourniquet?
• Evakuierung zuerst?
• Atemweg sichern oder Bewegung in Deckung aufnehmen?
Nicht zu entscheiden, kostet oft die meiste Zeit.
Act
Jetzt zählt Umsetzung:
• Blutung stoppen
• Patient evakuieren
• Kommunikation halten
• Team koordinieren
Jede Handlung erzeugt neue Informationen — und der OODA-Loop beginnt erneut.
Wer schnell(er) beobachtet, besser einordnet und konsequent handelt, reduziert Chaos und erhöht Überlebenschancen.
Observe. Orient. Decide. Act.
Nicht perfekt handeln.
Handlungsfähig bleiben.
(achtet Euch mal im täglichen Leben darauf!)
stay safe & watch your six!
13/05/2026
In einem Training, einer Aus-/Weiterbildung oder (m)einem Lehrgang sich freiwillig für eine Übung zu melden und sich zu exponieren, bedeutet weit mehr, als nur „mitzumachen“.
Es bedeutet, Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen und gleichzeitig anderen dabei zu helfen, etwas zu lernen und besser zu verstehen oder besser zu werden.
Viele zögern, wenn es darum geht, Massnahmen vor der Gruppe zu demonstrieren. Aus Angst, Fehler zu machen. Aus Unsicherheit. Oder weil man nicht im Mittelpunkt stehen möchte. Doch genau dort entsteht oft der grösste Lernerfolg.
Wer sich freiwillig meldet, zeigt Haltung.
Denn Fehler im Training sind keine Schwäche — sie sind ein wichtiger Teil der Ausbildung. Jede gezeigte Massnahme, jede Rückfrage und jede kleine Unsicherheit macht Unterricht greifbar, realistisch und ehrlich. Davon profitiert nicht nur der oder die Freiwillige, sondern die gesamte Gruppe.
Auch Erfahrene (i.S.v. Fortgeschrittene und Instruktoren), sei es in irgendeiner Art von Ausbildung, haben irgendwann mal angefangen und dazu gelernt. Keiner hat’s «mit Löffeln gefressen»! Das sollte man, auf welcher Seite man auch immer steht, nie vergessen!
Nahkampf, Schiessen und auch Notfallmedizin lebt vom Handeln.
Vom Entscheiden unter Druck. Vom klaren (Ab-)Arbeiten trotz Stress. Und genau deshalb beginnt professionelles Verhalten nicht erst im Einsatz, sondern bereits im Training.
Mut zeigt sich nicht nur draussen.
Mut zeigt sich auch dort, wo man bereit ist, vor anderen zu lernen.
Mit diesen wohlgesinnten Worten verabschiede ich mich in den Urlaub und wünsch' Euch ebenfalls eine gute Zeit!
stay safe & watch your six!
06/05/2026
Es wäre ganz toll, wenn Meldemuschis & Co. sich nicht ab dem einen oder anderen Bild echauffieren, sondern das gewählte Foto im Kontext betrachten würden. Letzteres setzt begriffslogisch natürlich das Lesen des Textes voraus.
Sowohl bei der Auswahl der Bilder als auch beim Formulieren der Texte gebe ich mir alle Mühe, muss Einschränkungen beachten (wie bspw. Zeichenanzahl, nicht zu viel Blut, keine massiven Verletzungen) und trotzdem sollten letztlich interessante Berichte resultieren, ohne dass die KI der Plattformen korrigierend eingreift.
Marketingtechnisch sollen Bilder den Betrachter dazu verleiten, «hängen zu bleiben» und den Text zum Bild zu lesen (och-Gottchen… schon wieder dieses «Lesen»; mühsam, ich weiss). Dazu bedient man sich sog. Eyecatcher (zu deutsch: Blickfang) in verschiedenen Formen.
Es kann also in der Tat sein, dass man (auch in Zukunft) bei meinen Postings ziemlich sicher wieder mal Blut oder nackte Haut oder sogar beides sieht. Diejenigen, die sich für das Thema Taktische Notfallmedizin interessieren, werden sich nicht daran stören. Wer dadurch aber getriggert wird, soll mir doch bitte einfach nicht mehr folgen. DANKE!
stay safe & watch your six!
29/04/2026
Beim letzten Post habe ich die vasovagale Synkope erwähnt. Als Krankheitsbild absolut untaktisch, aber es kann im taktischen Kontext sehr wohl passieren!
Eine vasovagale Synkope ist eine harmlose, kurzzeitige Ohnmacht durch einen plötzlichen Abfall von Blutdruck und Puls, ausgelöst durch eine Überstimulation des Nervus vagus. Typische Auslöser sind langes Stehen, Schmerz, Stress oder auch der Anblick von Blut. Im taktischen Bereich wird wohl am Ehesten langes Stehen, ggf. in Kombination mit schwerer Ausrüstung und zu wenig Trinken zutreffen.
Typische Vorläufer (sog. Prodromi), die vom Betroffenen wahrgenommen werden, sind Schwäche, Schwindel, Übelkeit, Blässe, Schwitzen und dann… wird’s dunkel. Der Betroffene klappt zusammen. Bestenfalls hat er vorher die Anzeichen erkannt und um sofortige Ablösung gebeten.
Der Bewusstlose muss schnellstmöglichst in die stabile Seitenlage gebracht werden. Ausserdem gilt es, die nun fehlende Position neu bzw. ersatzweise zu besetzen. Personalplanung «ad hoc» vom Feinsten. Ob der bewusstlose Patient abtransportiert werden muss oder gewartet werden kann, bis er wieder (in der Regel rasch) zu sich kommt, hängt vom Setting ab.
Fakt ist: für die darauffolgende Phase der Diagnostik, Betreuung und Erholung ist mit mindestens einer bis zwei Stunden Ausfall zu rechnen. Wenn die Einsatzleitung und auch Kollegen mal zwischendurch nach dem Kollegen sehen, wird das sehr geschätzt und verdankt.
Auch absolut unspektakuläre Krankheitsbilder können einen taktischen Einsatz (insbesondere in den eigenen Reihen) etwas durcheinanderbringen, ganz nach dem Motto: expect the unexpeted.
Wär vielleicht sogar eine gute Idee für ein Scenario an diesem Lehrgangs-Wochenende 😊. Mal sehen…
stay safe & watch your six!
22/04/2026
Schon fast etwas off-topic, aber heute muss ich mal was in eigener Sache loswerden.
So wie auf dem Bild treffen wir im Rettungs-/Sanitätsdienst bei Veranstaltungen regelmässig PatientInnen an. Meist alkoholisiert, oft auch i.V.m. Drogenkonsum. Oft in Begleitung von «Freunden», und um diese geht es mir heute. Denn es gibt solche und solche…
Die einen «Freunde» überlassen den Patienten einfach uns und werden nicht mehr gesehen. Sätze wie «ich feiere dann mal weiter", "Ihr schafft das schon» u.ä. sind nicht unüblich.
Und dann gibt es diejenigen, die doch tatsächlich mit uns und dem Patienten auf die SanHist kommen, Händchen halten, geduldig warten, für den anderen da sind, uns Auskunft geben und vielleicht sogar behilflich sind. Dabei verzichten sie – teilweise gänzlich – auf die geplante Party, die geliebte Musik und das geplante Feiern.
Erst kürzlich haben wir erlebt, dass ein Patient nach einer strengen Arbeitswoche und (am Tag der Party) zu wenig Essen und Trinken eine vasovagale Synkope nach leichten Alkoholkonsum erlitten hat. Alle (!) seine drei Kollegen haben mangels Platz in der SanHist draussen auf einer Sitzbank gewartet. Chapeau!
Während ich Erstgenannte zutiefst verabscheue, bewundere ich die wirklichen Freunde. Nur wenn die K***e am Dampfen ist, weiss man, auf wen man sich wirklich verlassen kann!
In diesem Sinne:
viel Vergnügen auf der nächsten Party, aber bitte mit den richtigen Freunden!
stay safe & watch your six!
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