Mantrailing
Infos, Tipps und Diskussionen rund ums Mantrailing.
25/09/2026
Gerade erst habe ich über Salia geschrieben. Es sah so aus, als hätten wir auch ihre zweite Magendrehung überstanden. Und am Dienstag musste ich mich von ihr verabschieden.
Ich kann es noch immer nicht begreifen. Meine Welt steht still, und ich bin unendlich traurig.
In meinem Buch „Dem Geruch auf der Spur“ lebt Salia weiter. Viele Bilder von ihr sind darin zu sehen. Dieses Buch ist auch dank ihr entstanden – und für sie.
Passt gut auf Eure Supernasen auf. 🖤
22/09/2026
Heute schreibe ich in meinem WhatsApp-Kanal über Mythen rund um den Albtraum Magendrehung.
Salia hatte 2023 eine Magendrehung – und am Sonntag trotz angenähtem Magen eine partielle Drehung. Die eigene Hilflosigkeit, die Panik beim Hund und das Wissen, dass ihr Leben auf dem Spiel steht: Das wünsche ich niemandem.
Umso wichtiger ist es, die Warnzeichen zu kennen:
• erfolglose Versuche zu erbrechen
• ein plötzlich aufgeblähter, gespannter Bauch – ein sogenannter „Trommelmagen“
• starke Unruhe oder Panik
• heftiges Speicheln und Hecheln
• keine Ruheposition finden, sich immer wieder hinlegen und aufstehen
• Schwäche, blasse Schleimhäute oder Zusammenbrechen
Nicht jeder Hund zeigt alle Anzeichen. Auch ein deutlich aufgeblähter Bauch kann fehlen. Bitte wartet deshalb nicht, bis alle Symptome auftreten!
Eine Magendrehung ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Bei Verdacht sofort in eine Tierklinik und diese möglichst schon unterwegs verständigen.
Welche verbreiteten Annahmen stimmen, und welche vermeintlichen Sicherheiten keine sind, könnt Ihr heute in meinem WhatsApp-Kanal nachlesen.
Salia geht’s heute zum Glück einigermaßen. 🤍
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19/09/2026
⚠️ Achtung, lang – aber wichtig.
Dieser Text enthält nicht nur meine fachliche Position zu angeblichen „Energiespuren“ und sehr alten Trails. Am Ende steht auch ein vollkommen ernst gemeintes Angebot, diese Behauptungen unabhängig, kontrolliert und doppelblind zu überprüfen.
Wer außergewöhnliche Fähigkeiten öffentlich zur Diskussion stellt, sollte bereit sein, sie unter Bedingungen zu zeigen, die Zufall, Wissen und unbeabsichtigte Hilfen ausschließen.
🤔Mythos: Beim Mantrailing folgt der Hund einer Energiespur
Ich bekenne mich: Offenbar gehöre ich zum Mittelalter.
Denn ich gehe beim Mantrailing weiterhin davon aus, dass Hunde geruchliche Informationen verarbeiten – und nicht einer bislang weder definierten noch nachgewiesenen „Energiespur“ folgen.
In einer aktuellen öffentlichen Darstellung wird die Idee einer „Energiespur“ erneut zur Diskussion gestellt. Gleichzeitig wird die Vorstellung, Hunde folgten geruchlichen Informationen, sinngemäß dem Mittelalter zugeordnet.
Doch eine Behauptung wird nicht dadurch wissenschaftlich, dass sie modern klingt.
Wir wissen heute sehr viel darüber, wie Hunde Gerüche wahrnehmen: Geruchsmoleküle erreichen die Riechschleimhaut, binden an Rezeptoren und lösen Prozesse aus, durch die Informationen im Gehirn verarbeitet werden. Wir können Bestandteile menschlichen Geruchs untersuchen und erforschen, wie sie freigesetzt, übertragen und durch Umweltbedingungen verändert werden.
Natürlich verstehen wir noch nicht jedes Detail darüber, welche geruchlichen Informationen ein Hund beim Mantrailing nutzt. Wissenschaft darf offene Fragen haben. Eine Wissenslücke ist aber noch kein Beleg für „Energie“.
Für mein Buch „Dem Geruch auf der Spur“ habe ich versucht, den aktuellen Stand der Geruchsforschung so umfassend wie möglich zusammenzutragen. Dabei habe ich zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Geruchswahrnehmung, Geruchsverarbeitung und Suchleistung des Hundes ausgewertet.
Trotz intensiver Recherche konnte ich keine wissenschaftliche Untersuchung finden, die belegt, dass ein Hund beim Mantrailing einer „Energiespur“ folgt.
Es gibt Forschung dazu, dass Hunde schwache Wärmestrahlung wahrnehmen können. Ebenso bestehen Hinweise darauf, dass sie Veränderungen des Erdmagnetfeldes möglicherweise zur Orientierung nutzen. Keine dieser Arbeiten zeigt jedoch, dass ein Mensch entlang seines Weges eine individuelle, über längere Zeit verfolgbare Energie hinterlässt.
Sollte jemand eine entsprechende wissenschaftliche Veröffentlichung kennen, freue ich mich ernsthaft über die vollständige Quelle.
Besonders häufig wird die angebliche Energie als Erklärung für sehr alte Trails herangezogen. Wenn eine Spur nach Tagen, Wochen oder sogar Monaten gearbeitet wird, soll es eben nicht mehr der Geruch, sondern die zurückgebliebene Energie sein.
Doch gerade außergewöhnliche Behauptungen benötigen besonders gute Belege.
Bis heute fehlt ein belastbarer und reproduzierbarer wissenschaftlicher Nachweis dafür, dass Hunde beliebig alte Spuren eines bestimmten Menschen zuverlässig verfolgen können – weder anhand von Geruch noch anhand einer sogenannten Energie. Einzelne Erfolgserzählungen ersetzen keine kontrollierten Untersuchungen. Meist wissen wir nicht sicher, ob die Person tatsächlich den angenommenen Weg genommen hat, welche anderen Informationen dem Hund zur Verfügung standen und ob Hund oder Hundeführer unbeabsichtigt beeinflusst wurden.
Bei realen Vermisstensuchen ist das keine harmlose theoretische Diskussion. Angehörige befinden sich in einer Ausnahmesituation. Sie hoffen auf jede Information und klammern sich verständlicherweise an jedes Ergebnis.
Wer behauptet, ein Hund könne nach Wochen oder Monaten noch einer Energiespur folgen, kann damit eine Sicherheit vermitteln, für die es keine wissenschaftliche Grundlage gibt. Eine eingeschlagene Richtung oder ein vermeintlich angezeigter Ort kann Hoffnungen wecken, Suchmaßnahmen beeinflussen und Angehörige an eine Geschichte binden, die möglicherweise niemals belastbar war.
Mit der Hoffnung von Angehörigen darf nicht gespielt werden.
Wer eine mögliche Energiespur als alternative Erklärung zur Diskussion stellt, müsste außerdem erklären:
Welche Energieform ist damit gemeint?
Wie entsteht sie?
Wie breitet sie sich aus?
Wie lange bleibt sie erhalten?
Wie lässt sie sich messen?
Mit welchem Sinnessystem nimmt der Hund sie wahr?
Und wie lässt sie sich experimentell von Geruch unterscheiden?
Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, ist „Energie“ keine wissenschaftliche Erklärung, sondern ein nicht näher definierter Begriff.
‼️Deshalb mache ich ein ernst gemeintes öffentliches Angebot:‼️
Wenn Hunde tatsächlich einer Energie und nicht geruchlichen Informationen folgen – auch noch nach sehr langer Zeit –, sollte sich das unter kontrollierten Bedingungen zeigen lassen.
Ich bin bereit, an einer unabhängigen Überprüfung mitzuwirken. Der Versuchsaufbau wird vorher schriftlich festgelegt. Verlauf und Alter der Trails werden unabhängig angelegt, manipulationssicher dokumentiert und auf Wunsch zusätzlich notariell protokolliert. Während der Suche wissen weder der Hundeführer noch die Begleitpersonen, wo die gesuchte Person gegangen ist oder wo sie sich befindet. Auch ich möchte diese Informationen nicht kennen.
Die Trails werden konsequent doppelblind gearbeitet und vollständig gefilmt. Erfolgskriterien und Kontrollbedingungen werden vor Beginn vereinbart – nicht erst nach dem Ergebnis interpretiert.
Ein einziger erfolgreicher Trail wäre noch kein Beweis. Deshalb braucht es mehrere Durchgänge, zufällige Zuordnungen und Aufgaben, bei denen die behauptete Energie von geruchlichen und anderen möglichen Informationen getrennt wird.
Vor allem muss vorher feststehen: Welches Ergebnis würde die Energiehypothese bestätigen – und welches würde gegen sie sprechen?
Wenn jedes Verhalten des Hundes im Nachhinein als Bestätigung ausgelegt werden kann, ist die Behauptung nicht überprüfbar.
Dieses Angebot ist keine Provokation. Ich würde mich über überzeugende neue Erkenntnisse freuen. Dafür braucht es aber nachvollziehbare und reproduzierbare Ergebnisse – nicht nur Überzeugung und Erzählungen.
Bis dahin bleibe ich gerne im angeblichen Mittelalter:
bei Geruchsmolekülen, Riechrezeptoren, kontrollierten Versuchen und der Bereitschaft, auch die eigenen Überzeugungen doppelblind überprüfen zu lassen.
16/09/2026
Heute möchte ich Euch meine Salia ein wenig näher vorstellen.
Salia war über viele Jahre mein zuverlässigster Einsatzhund. Heute ist sie alt und schwer krank – aber ihre Freude am Trailen ist noch immer ungebrochen.
In meinem WhatsApp-Kanal zeige ich Euch das Video von einem sehr kurzen Trail. Und ich erzähle, warum Salia nichts mehr beweisen muss, weshalb manchmal nicht einmal 50 Meter möglich sind und warum der Wert eines Hundes niemals davon abhängen darf, was er noch leisten kann.
Denn ein gemeinsames Leben besteht nicht nur aus erfolgreichen Einsätzen und guten Trails. Es bedeutet auch, in den schweren Zeiten zum Partner Hund zu stehen.
👉 Den ganzen Beitrag und das Video findet Ihr hier:
Kanal Mantrailing, Hundenase und mehr auf WhatsApp:
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13/09/2026
Heute möchte ich Euch das Covermodel meines Buches „Dem Geruch auf der Spur“ ein wenig näher vorstellen.
Amari ist mein Hund mit „Special Effects“. Sie fordert mich, bringt mich an meine Grenzen – und lehrt mich gerade mehr über Geduld, als ich jemals lernen wollte.
Heute zeige ich Euch in meinem WhatsApp-Kanal das Video von einem kurzen Trail, der für uns ein riesengroßer Erfolg ist. Und ich erzähle sehr persönlich, was hinter diesem kleinen Plüschbären steckt und warum es mir inzwischen egal ist, ob Amari jemals ein Einsatzhund wird.
👉 Den ganzen Beitrag und das Video findet Ihr hier:
Kanal Mantrailing, Hundenase und mehr auf WhatsApp: https://whatsapp.com/channel/0029Va8XrDXGZNCjxLRYn908
10/09/2026
Herzlichen Glückwunsch!!!
Senior aus Oberfranken vermisst: Dank Rettungshund Grimm geht die Suche gut aus Ein Senior aus Bayreuth wurde gegen Mittwochmittag als vermisst gemeldet. Rettungshund Grimm und Führerin Julia Georgie wurden zu den Helden der Suchaktion.
05/09/2026
Alte Spuren: Was können wir wirklich behaupten?
Seit einiger Zeit erreichen mich Nachrichten, in denen mir vorgeworfen wird, ich würde mich beim Thema „alte Spuren“ nicht am aktuellen Stand der Wissenschaft bewegen. Auch mein Buch „Dem Geruch auf der Spur“ halte angeblich an überholten Vorstellungen fest.
Diesmal greife ich das Thema nicht nur kurz im WhatsApp-Kanal auf, sondern nehme mir hier bewusst etwas mehr Raum dafür. Weil es mir zu wichtig ist, um es mit wenigen Sätzen abzuhandeln.
Deshalb möchte ich hier dazu öffentlich Stellung nehmen.
Ich bestreite nicht, dass Hunde unter bestimmten Bedingungen ältere Spuren erfolgreich ausarbeiten können. Ebenso wenig bestreite ich außergewöhnliche Leistungen einzelner Hunde. Was ich jedoch bestreite, ist die Schlussfolgerung, einzelne erfolgreiche Suchverläufe würden beweisen, dass Hunde zuverlässig Wochen oder Monate alte Individualgeruchsspuren verfolgen – oder dabei eine bislang unbekannte, von Geruchsstoffen unabhängige Informationsquelle nutzen.
Denn genau hier beginnt Wissenschaft.
Eine Beobachtung beweist noch nicht ihre Erklärung!
Wenn ein Hund nach mehreren Wochen oder Monaten einen Weg spurennah ausarbeitet, zeigt das zunächst nur, dass er diesen Weg gegangen ist. Es zeigt noch nicht, woran er sich orientiert hat.
Um daraus ableiten zu können, dass er tatsächlich der alten Individualgeruchsspur eines bestimmten Menschen gefolgt ist, müssten andere mögliche Erklärungen ausgeschlossen werden:
* Ortskenntnis und Erinnerung,
* sichtbare, hörbare oder räumliche Hinweise,
* wiederholte Begehungen und spätere Kontaminationen,
* unbewusste Hinweise durch Personen, die Verlauf oder Ziel kennen, etwa durch Blickrichtung, Körperhaltung, Bewegung oder Leinenspannung,
* bekannte Informationen über Start, Richtung oder Ziel,
* eine jüngere Spur der Zielperson,
* der aktuell vom Aufenthaltsort der Zielperson ausgehende Geruch,
* sowie die Möglichkeit, dass der Hund die Person gefunden hat, ohne den gesamten alten Weg zu verfolgen.
GPS-Daten und Videos können dokumentieren, wo ein Hund gelaufen ist. Sie zeigen aber nicht, welche Information er dabei genutzt hat.
Das ist der entscheidende Unterschied.
Und selbst wenn unter kontrollierten Bedingungen nachgewiesen würde, dass ein Hund tatsächlich einer sehr alten menschlichen Geruchsspur gefolgt ist, wäre damit noch kein unbekanntes „Signaturgebilde“ bewiesen. Dafür müssten zusätzlich bekannte stoffliche Erklärungen ausgeschlossen werden – etwa verbliebene flüchtige oder schwerer flüchtige organische Verbindungen, an Oberflächen gebundene Stoffe, Partikel, Abbauprodukte und mikrobielle Stoffwechselprodukte.
Eine erfolgreich ausgearbeitete alte Spur könnte also zeigen, dass verwertbare Geruchsinformationen länger erhalten bleiben als bislang angenommen. Sie beweist aber nicht automatisch, dass diese Informationen nichtstofflich oder energetisch sind.
Empirische Beobachtung und wissenschaftliche Studie sind nicht dasselbe!
Empirie ist ein wichtiger Bestandteil der Wissenschaft. Auch wissenschaftliche Studien sind häufig empirisch. Aber nicht jede Sammlung praktischer Versuche ist deshalb bereits eine wissenschaftliche Studie.
Dafür braucht es eine nachvollziehbare Fragestellung, vorher festgelegte Erfolgskriterien, geeignete Kontrollbedingungen, ausreichend viele unabhängige Versuche, konsequente Verblindung, den Ausschluss alternativer Informationsquellen, eine statistische Auswertung, vollständige methodische Dokumentation und eine unabhängige Überprüfung der Ergebnisse.
Eine beeindruckende Einzelleistung kann eine wertvolle Beobachtung und der Ausgangspunkt einer Hypothese sein. Sie ist aber noch kein Beweis. Auch mehrere ähnlich durchgeführte Versuche lösen dieses Problem nicht, wenn sie denselben methodischen Schwächen unterliegen.
EINE alte Spur beweist keine neue Form der Wahrnehmung!
Derzeit wird die Vorstellung verbreitet, Menschen hinterließen neben Geruchsstoffen ein „energetisch-informationelles Feld“ oder ein dreidimensionales „Signaturgebilde“, das unabhängig von Wind, Wetter, Gezeiten und Liegezeit stabil bleibe. Hunde könnten angeblich sogar dessen räumlich-zeitliche Struktur im „Raum-Zeit-Kontinuum“ lesen.
Das sind außerordentlich weitreichende Behauptungen.
Bislang kenne ich keine veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung, in der ein solches Feld physikalisch nachgewiesen, gemessen, eindeutig definiert oder unabhängig bestätigt wurde. Ebenso bleibt ungeklärt, mit welchem Sinnesorgan der Hund diese Information erfassen sollte.
Ein alter, spurennah ausgearbeiteter Weg weist ein solches Feld nicht nach.
Die Schlussfolgerung lautet sinngemäß:
„Die bekannten Geruchskomponenten können diese Leistung meiner Meinung nach nicht erklären. Deshalb muss eine andere, energetische Information existieren.“
Doch aus einer unvollständigen Erklärung folgt nicht automatisch die Richtigkeit einer beliebigen Alternativerklärung. Dass wir einen Vorgang noch nicht vollständig verstehen, beweist weder ein Energiefeld noch eine neue Materie oder ein Signaturgebilde.
Ein unbekannter Mechanismus darf selbstverständlich als Hypothese formuliert und untersucht werden. Er darf aber nicht als bereits belegte Erkenntnis bezeichnet werden.
Was mein Buch tatsächlich beschreibt:
"Dem Geruch auf der Spur“ reduziert die menschliche Geruchsspur nicht auf „klebende und schwebende Hautschuppen“.
Das Buch behandelt unter anderem:
* flüchtige und schwerer flüchtige organische Verbindungen,
* Hautpartikel und sogenannte Rafts,
* Körpersekrete und Stoffwechselprodukte,
* Hautmikrobiom, mikrobielle Abbauprodukte und Mikrobenwolke,
* Thermik und Luftströmungen,
* Adsorption an unterschiedlichen Oberflächen,
* Temperatur, Feuchtigkeit und Witterung,
* Verlagerung, Veränderung und Kontamination von Geruch,
* Erwartungseffekte und den Klugen-Hans-Effekt,
* sowie die Grenzen unseres heutigen Wissens.
Feste Partikel und flüchtige Stoffe sind dabei keine konkurrierenden Erklärungen. Hautmaterial, Sekrete und Mikroorganismen können wiederum flüchtige Substanzen freisetzen. Der Hund muss also kein festes Hautstück „riechen“, um Informationen zu nutzen, die ursprünglich mit diesem Material verbunden waren.
Ich behaupte an keiner Stelle, Entstehung, Zusammensetzung und Alterung einer menschlichen Geruchsspur seien abschließend geklärt. Wissenschaftlich korrekt ist es, kenntlich zu machen, was wir wissen, was wahrscheinlich ist und was wir noch nicht wissen.
Genau deshalb bin ich überzeugt, dass „Dem Geruch auf der Spur“ den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand abbildet: nicht weil es auf jede Frage eine endgültige Antwort gibt, sondern weil es zwischen Erkenntnis, plausibler Hypothese und unbelegter Behauptung unterscheidet.
Ich bin jederzeit bereit, mich korrigieren zu lassen!
Als ich das Thema alte Spuren zuletzt im Zusammenhang mit ihrer möglichen Bedeutung vor Gericht aufgegriffen habe, erhielt ich zahlreiche Zuschriften.
Fast allen antwortete ich sinngemäß dasselbe:
Ich lerne sehr gerne dazu und bin bereit, mir solche Leistungen unter kontrollierten Bedingungen anzusehen. Ich sichere vollständige Diskretion zu. Niemand wird öffentlich vorgeführt. Über die Versuche sprechen wir nur dann öffentlich, wenn sie erfolgreich sind. Und wenn sich zeigt, dass meine Einschätzung falsch war, werde ich dazu stehen.
Auf dieses konkrete Angebot bekam ich anschließend keine Antwort mehr.
Es genügt nicht, mir zu schreiben, der eigene Hund könne Wochen oder Monate alte Spuren zuverlässig verfolgen. Wenn diese Fähigkeit als Tatsache verbreitet oder für Einsätze und Gerichtsverfahren herangezogen wird, muss sie sich unter kontrollierten und verblindeten Bedingungen zeigen lassen.
Nicht nur einmal. Nicht mit einem bekannten Trailverlauf. Nicht dort, wo der Hundeführer das Ziel kennt. Und nicht unter Bedingungen, bei denen sich im Nachhinein für jede Entscheidung des Hundes eine passende Erklärung finden lässt.
Der wichtigste Punkt betrifft vermisste Menschen!
Wir können noch so oft und laut behaupten, Hunde könnten Spuren nach Wochen, Monaten oder sogar einem Jahr zuverlässig verfolgen: Die Erfolgsquote im realen Einsatz wird dadurch nicht höher.
Im Gegenteil: Solche Aussagen können dem Einsatzgeschehen massiv schaden.
Wenn bei Polizei, Einsatzorganisationen, Angehörigen oder Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, Mantrailer könnten ohnehin noch Wochen oder Monate später eingesetzt werden, verlieren wir das Wichtigste:
Zeit!
Mantrailer müssen möglichst früh alarmiert werden. Nicht irgendwann.
Mit jeder Stunde verändern sich die Bedingungen. Es entstehen neue Kontaminationen, weitere Menschen bewegen sich im Gebiet und Fahrzeuge, Wetter sowie Einsatzmaßnahmen verändern die Geruchslage. Gleichzeitig kann sich die vermisste Person weiter entfernen, verletzt sein, auskühlen, überhitzen oder medizinische Hilfe benötigen.
Die Behauptung, ein Hund könne „das später auch noch“, darf niemals zu einer verspäteten Alarmierung führen.
Auch vor Gericht müssen wir äußerst vorsichtig sein. Ein alter Trail wird nicht dadurch beweiskräftig, dass ein Hund ihn scheinbar überzeugend ausarbeitet. Gerade dort brauchen wir standardisierte Abläufe, Verblindung, vollständige Dokumentation, geeignete Kontrollen und eine zurückhaltende Interpretation.
Ein Hund ist ein Lebewesen und kein Messgerät. Und sein Hundeführer wird nicht zum Messtechniker, nur weil er die Leine hält und den Suchverlauf aufzeichnet.
Mein Standpunkt lautet deshalb nicht: Hunde können das unmöglich.
Mein Standpunkt lautet:
Außergewöhnliche Leistungen verdienen Aufmerksamkeit.
Hypothesen verdienen Überprüfung.
Behauptungen benötigen Belege.
Und je größer die möglichen Folgen für Einsatz und Justiz sind, desto höher müssen unsere Anforderungen an diese Belege sein.
Wissenschaft bedeutet nicht, an alten Vorstellungen festzuhalten. Sie bedeutet aber ebenso wenig, eine neue Erklärung für richtig zu halten, nur weil sie faszinierend klingt.
Wissenschaft bedeutet, sich irren zu dürfen – und so zu prüfen, dass ein Irrtum sichtbar werden kann.
Bis belastbare, kontrollierte und unabhängig überprüfte Daten vorliegen, werde ich die Vorstellung einer über Monate hinweg stabilen und von Umweltbedingungen unabhängigen „Signatur“ nicht als wissenschaftliche Tatsache darstellen.
Nicht, weil ich Neues ablehne.
Sondern weil ich Wissenschaft ernst nehme.
04/09/2026
Ich freue mich so über diese Rezensionen! ❤️
In „Dem Geruch auf der Spur“ steckt so viel Arbeit, Wissen und Herzblut – und dann zu lesen, dass das Buch genau so bei Menschen ankommt, bedeutet mir wirklich viel.
Hat von Euch auch schon jemand hineingelesen? Ich würde mich sehr über Eure Eindrücke freuen!
Erhältlich überall im Buchhandel und hier:
https://motorbuch-versand.de/shop/42379-dem-geruch-auf-der-spur
03/09/2026
Es war einfach großartig.
Mehr als 50 Menschen aus fünf Ländern, über 60 Hunde und vier außergewöhnliche Trainingstage: „Trainer & Friends 2026“ war größer, schöner und berührender, als ich es mir je hätte vorstellen können.
Doch das Besondere waren nicht die beeindruckenden Zahlen, sondern die Freundschaft, das Vertrauen und die ehrliche Freude am gemeinsamen Tun. Ich bin noch immer überwältigt und unendlich dankbar.
In dieser sehr persönlichen Podcastfolge kommen erstmals auch acht Teilnehmende zu Wort und erzählen, was von diesen Tagen bleibt.
🎧 Zwischen den Spuren – Spur 2
Trainer & Friends 2026
Die neue Folge ist ab sofort auf Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music und allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar.
https://open.spotify.com/episode/0NywIjQx9ZbKaEbdihbSly?si=QQyS663aT0qfIrpexuO9nQ&utm_source=copy-link
Trainer and Friends 2026 Die Antwort auf alles ist Geruch! · Episode
02/09/2026
ein schöner Artikel in den Salzburger Nachrichten über Trainer & Friends 2026 und unsere großartigen, vierbeinigen Begleiter 🐾🥰
https://www.sn.at/panorama/oesterreich/schnueffeln-beim-reaktor-warum-spuerhunde-das-atomkraftwerk-zwentendorf-durchsuchen-art-670655
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